Sarek- Paranoia

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Peter
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Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 10:16

Das ist scheinbar bei vielen Leuten sehr ausgeprägt, wenn man so etwas liest:
http://www.outdoorseiten.net/forum/show ... ost1108407
Da wird machomässig auf dem amen Fragenden herumgedroschen ja nicht in den pösen Sarek wandern zu gehen.
Weil er so gefährlich ist. Und dann noch Anfänger! Und Diabetiker!
Was ein selbstgefälliger Bullshit! Die meisten der dort Schreibenden waren ja schon öfter dort, oder? Nicht?
Mir scheint einige wollen sich da wichtig machen, thats all.

Meine erste grosse Wanderung mit Zelt war der- Sarek. Und es war aufregend, die Ausrüstung aus dem Militärladen, Gummistiefel an den Füssen und ein recht dünner Schlafsack. Nach heutiger Gearmanie unmöglich so aus dem Haus zu gehen.
Ohne Gortexjacke! Geht ja gar nicht! Ohne Western Mountaineering Schlafsack! Und einen Gregory- Rucksack... bescheuert.
Man sieht es an den Tips der dortigen "Goretextouristen".
Meiner Meinung nach ist eine Wanderung durch den Sarek auch für Anfänger problemlos möglich.
Ein paar Tips worauf man achten muss und los! Das gilt auch für Diabetiker.

Peter

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Timo
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Timo » Do 20. Dez 2012, 12:32

Ich weiß auch nicht was der ganz Quatsch soll. Klar, wenn man allein ist und wirklich durch Täler oder zu einer Jahreszeit geht in welcher man wahrscheinlich mehrere Tage keinen Menschen trifft, ist es sinnvoll ein Satphone oder so ein Spot mitzunehmen (und sich das Kennwort zu notieren :mrgreen: ) für den Fall wenn wirklich mal was blödes passiert.

Oh je...da dürfte ja in Sibirien oder Kanada keiner mehr allein vor die Haustür gehen....

Außerdem bei den ganzen Reiseberichten und dem ganzen Sarek-Hype ist man da im Sommer wirklich nicht mehr alleine! Peter das kannst Du nicht mit den Zeiten vergleichen als Du da in Bundeswehr-Ausrüstung rumgefallen bist - da war man glaube ich wirklich noch jenseits jeglicher Zivilisation.
"...das Leben ist wie ein Stück Brot...früher oder später wird's hart!"

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 12:42

Nein- die Besucherzahlen sind glaube ich sogar geringer geworden!
Die Schweden fahren heute lieber nach Thailand. Wir haben letztes Jahr im Sommer täglich Leute getroffen, auch einen Vater mit 12 oder 14 jährigem Sohn, aber- das war 1982 auch schon so.
Es wurde damals eine Route bevorzugt, da gab es auch schon immer einen Pfad.
Und man schafft es ohne Gepäck auch von überall innerhalb eines Tages zum Nottelefon.
Oder zu den Wanderhütten von Padjelanta oder Kungsleden. Wir sind mal mit Gepäck bei Mistwetter vom Alggavagge bis nach Kisuris durchgegangen. So riesig ist der Park nicht.
Einen Spot mitnehmen wäre eine gute Variante, das stimmt.
Aber ich würde dem Diabetiker empfehlen mit einem Diabetologen abzustimmen wie er sich zu verhalten und was er zu beachten hat. Das ist einfache Berechnung, keine Hexerei. Meine Liebste ist Diabetologin und die berät auch schon mal Triathleten die Diabetes haben.

Peter

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Sápmi
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sápmi » Do 20. Dez 2012, 13:58

Die Aussage zu den Regenmengen erscheint mir auch etwas dubios, aber obwohl ich mich selbst nicht gerade als (Wander-/Fjäll-)unerfahren bezeichnen würde, würde ich mir selbst eine Tour in "weglosem"* Gelände auch nicht zutrauen. (* unter "Wegen" verstehe ich markierte oder wenigstens deutliche und in der Karte gestrichelt eingezeichnete Pfade).
Bin allerdings auch allein unterwegs und leider ohne Orientierungssinn auf die Welt gekommen. :cry: ;-)
Mit Partner latschen verdirbt mir persönlich halt leider das ganze Erlebnis, aber theoretisch könnte ich mir schon vorstellen, dass ich mich im Zweiergespann auch an Querfeldeinwanderungen ranwagen würde.

Ich finde das Thema "mit oder ohne Weg wandern" übrigens auch allgemein ziemlich interessant. Früher dachte ich immer: Naja, zum Pfadfinden reicht's halt bei mir nicht. Aber mittlerweile bin ich mir auch gar nicht mehr sicher, ob ich es überhaupt wollte, wenn ich jetzt z. B. durch die entsprechende Technik doch irgendwie in der Lage wäre, mich durch die "Wildnis" zu finden (und dazu noch so einen Spot dabei hätte usw.).
Pro: Man ist geographisch weniger eingeschränkt.
Contra: Im Gegensatz zu Wanderungen auf eingerichteten Pfaden kann man nicht einfach drauflos wandern und die Umgebung genießen, sondern muss sich ständig den Stress der Richtungssuche geben. Ob ich mich da überhaupt noch erholen könnte?

Was meint Ihr dazu?
(falls es hier nicht in den Sarek-Thread passt, kann man ja auch ein separates Thema aufmachen).

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 14:10

Ich glaube das ist gar nicht so schwer.
In Bezug auf den Sarek z.B.: Es gibt durch jedes Tal Pfade- und vor allem- es gibt Täler!
Man geht ja nicht durch ein flaches Urwaldgebiet- wenn man ein Tal hineingeht und der Talsohle folgt kommt man am anderen Ende wieder raus. :mrgreen:
Das ist gerade im Fjäll recht einfach.
Man muss etwas üben die Karten zu lesen, zu erkennen was welche Bedeutung hat. Höhenlinien deuten, Gewässer, Rentierzäune, was da so draufsteht.
In der Finnmark ist es z.B. einfacher sich zu verlaufen als im Sarek.
Aber mit etwas Kartenlesen, Kompass bedienen und eventuell GPS kann dann auch nichts passieren.
Und man muss nicht dauernd auf die Karte schauen und die Richtung bestimmen, die Landschaft gibt das wichtigste in der Regel vor.

Peter

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Sápmi
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sápmi » Do 20. Dez 2012, 14:24

Peter hat geschrieben:Das ist gerade im Fjäll recht einfach.
Das ist mir schon bewusst (auf jeden Fall deutlich einfacher als in Wald oder Stadt). Und an einem schönen Tag mit bester Sicht hab ich auch keine Probleme, in einer solchen Gegend mal eine Weile irgendwo quer zu laufen, gar kein Thema. Meine Befürchtung bei einer längeren Tour dieser Art wäre halt, dass ich irgendwann im dicken Nebel stecken bleibe, so dass nix mehr los ist mit Orientierung an Bergen & Co. Und selbst wenn ich dann noch Orientierungspunkte hätte, z. B. da vorne komme ich jetzt an den See, den ich dann halb umrunden muss oder so, könnte es ja noch sein, dass ich an irgendein übles Sumpfgebiet gerate, das dann irgendwie großräumig zu umgehen ist, wodurch sich dann alles wieder verschieben würde usw.
Also ich meine, selbst wenn ich daran vermutlich nicht sterben würde :mrgreen: , würde mich so eine Situation doch irgendwie total stressen.

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 14:59

Das sind dann aber auch besondere Situationen.
Wenn ich nur noch Nebelsuppe hätte und im gebirge ohne Sicht wäre- dann würde ich trotz GPS und Erfahrung einfach sagen- Hörbuchtag! :grin:
Und Pause machen. Nebeltage sind meist Grenztage zwischen Wetterwechseln, dass das lange andauert hab ich noch nicht erlebt.
Und mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl für die Landschaft, und das was man auf der Karte liest.
Wenn man nur Wege geht ist das wahrscheinlich nicht so der Fall.

Peter

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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 15:53

Meine Fr....! Die armen Fragesteller sind doch jetzt schon durch den Wind. Und bekommen noch gefährliche Tips.
2. Habt ihr schon Bäche/Flüsse durchquert die zum Teil a) reißend sind und b) auch mal deutlich über Kniehöhe gehen können? Traut ihr euch das auch mit Gepäck zu?
Das steht in jeder Fjällsäkerhets- Broschüre dass man das auf keinen Fall machen soll!
Bisher ist das das gefährlichste ihrer Sarektour- mangelhafte Erfahrung der "Ratgeber"! :banane:
1. Könnt ihr SICHER mit Kompass und Karte umgehen? Seid ihr in der Lage auch mal eure Position zu bestimmen nachdem ihr euch beispielsweise im übelsten Nebel verlaufen habt?
:schadenfroh:
Das geht SICHER nur mit GPS....

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Sápmi
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sápmi » Do 20. Dez 2012, 16:55

Peter hat geschrieben:Wenn ich nur noch Nebelsuppe hätte und im gebirge ohne Sicht wäre- dann würde ich trotz GPS und Erfahrung einfach sagen- Hörbuchtag! :grin:
Und Pause machen. Nebeltage sind meist Grenztage zwischen Wetterwechseln,
Ja, das ist natürlich noch so ein Punkt. Ich rechne normalerweise nicht gerade viele Reservetage ein, d.h. es hängt halt auch davon ab, wie man überhaupt insgesamt an die Sache rangeht, stimmt schon.

Mich würde aber eben in den Zusammenhang interessieren, was es hier so allgemein für Meinungen dazu gibt, auch wenn man das mit der Orientierung gut hinkriegt: Lieber weglos inkl. Orientierungs"arbeit" oder lieber entspannter auf vorhandenen Wegen und dafür mehr Einschränkungen bezügl. der möglichen Routen? Oder mal so, mal so?

ich
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von ich » Do 20. Dez 2012, 17:37

Also ich finde mal so und mal so!
Gerade auf Wintertouren gehe ich auch gerne mal querfeldein. Hängt aber auch stark von der Region ab!
LG
Bene
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 17:40

Ich mach das mal so mal so.
Und gehe mittlerweile mehr Wege. Und mehr in Hütten ;-)
Ich denke das ist auch einfach eine Frage der Zeit. Oder des Alters. ;-)
Früher war das mehr "Abenteuer", heute ist es mehr Urlaub und Entspannung.
Früher konnte das nicht wild genug sein, heute ist das eher bequemer über die Wege zu gehen.
Ab und zu überkommt es mich und dann gehts querfeldein.
Das zu deiner Frage.
Weiterführend denke ichentsteht daraus auch das Problem wenn "Neulinge" Fragen stellen- die haben etwas ganz anderes im Kopf als der alte Sack der da antwortet. Sollte man immer beachten, und eben zurückdenken.
Früher (mit 17) hatte man das Riesenmesser am Bein weil es in die Widniss ging- heute reicht mein kleines Laguiole, da ist der Korkenzieher das Wichtigste.
Es ist immer ein anderes "Verständniss" von "Outdoor", sehr individuell auf die Person, ihrem Hintergrund, ihrem Alter.
Wenn ich das bedenkt- dann ist mir z.B. klar dass eine Gruppe Teenager die unbedingt in die "letzte Wildniss" will das auch tun wird.
Und dann muss man entsprechend unterstützen, nicht drohen-das reizt dann doch fast noch mehr, oder?
Tips geben worauf zu achten ist, die Gefahren- und auch Gefahrenstellen- aufzeigen. Und nicht ein Hollengemälde an die Wand werfen (und dann auch noch gefährlichen Bockmist schreiben von wegen "könnt ihr mit Gepäck knietief waten?").

Peter

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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von ich » Do 20. Dez 2012, 17:57

Peter, da muss ich dir absolut Recht geben!
Ich merke auch immer wieder, dass mir aufgrund der knappen Zeit eine gemäßigte Tour auf markierten Wegen lieber ist. Hauptsache draußen und die Natur genießen!
LG
Bene
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 20:33

Offtopic:
Lustig http://www.outdoorseiten.net/forum/show ... ost1108795

[quote]Der Betreiber wohnt da in der Nähe, hat mächtig Erfahrung und hilft dir bestimmt weiter, wenn er gut drauf ist. [/quote]

Soll ich jetzt angeben mit den x1000 Kilometern in Lappland oder was?
Und ja, ich bin gut drauf ;-)
Und berate gerne Anfänger, nehm sie auch mit auf Tour. Wenn Referenzen gewünscht sind, bitte anfragen.

:nickgirl:

Und denkt daran liebe ODS- Mitglieder, immer schön "Kleine Spuren"!


[quote]Jaaa, bitte... Weil hier ja nur Flaschen ohne Erfahrung am Werk sind.[/quote]
Liebe Sabinexx, wer sowas fragt:
[quote]2. Habt ihr schon Bäche/Flüsse durchquert die zum Teil a) reißend sind und b) auch mal deutlich über Kniehöhe gehen können? Traut ihr euch das auch mit Gepäck zu?[/quote]
Hat nicht mal die überall ausliegende Broschüre der schwedischen Bergwacht gelesen![/size]

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Sternenstaub
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Do 20. Dez 2012, 21:52

Sápmi, ich bin schon öfter mal von Wegen abgekommen und dann so durch die Botanik gestapft. :bätsch: ;)

Üblicherweise reizt mich ein Land oder eine spezielle Gegend irgendwo und dann suche ich halt Infos zusammen. Wenn es einen markierten Weg gibt oder einen in einem Wanderführer beschriebenen Weg gibt, nehme ich den, sonst bastel ich mir nur anhand von irgendwelchen Karten etwas zusammen. Der Bluestack Mountain Way zB, entweder war ich z blöd, um überall Markierungen zu finden oder es gab keine, ich hab mich an der Beschreibung des Tourbuches gehalten und bin da auch mal andere Strecken zwischendurch gegangen. In der einen Moorgegend gab es aber doch Holzpfähle, wäre sonst vielleicht nicht ganz so nett gewesen. Da kam übrigens nebel auf und ich hab gewartet, bis er wieder weg war. Nebel&Moor ist unnett.

Vollkommen weglos von vornherein habe ich bisher noch nicht gemacht, aber im Sarek gibt es ja scheinbar ;) doch Pfade, wenn wohl auch keine offiziellen Wanderwege. Reservetage würd ich immer berechnen, ich mag es nicht durch die Gegend zu rennen, um am Tag X am Punkt Y zu sein. Ist natürlich auch eine Zeitfrage, schon klar. Lappland reizt mich auch sehr, aber nächstes Jahr warten schon andere Traumrouten auf ihre Verwirklichung. ;)
um eine Provokation als solche zu erkennen bedarf es auch eines gewissen Scharfblicks.(Sternenstaub)

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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Do 20. Dez 2012, 22:51

Noch etwas zu diesem thread:
http://www.outdoorseiten.net/forum/show ... Einsteiger

ich hab mit einer Diabetologin darüber gesprochen, sie hat diesen Mist gelesen und findet das grenzt in der heutigen Zeit an Diskriminierung.
Und sie ist sogar bereit die Wanderer endsprechend zu beraten, kostenlos :bätsch:

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