Sarek- Paranoia

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Sápmi
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sápmi » Do 20. Dez 2012, 22:57

Sternenstaub hat geschrieben:Sápmi, ich bin schon öfter mal von Wegen abgekommen und dann so durch die Botanik gestapft. :bätsch: ;)
Ja, wie gesagt, für so'n Teilstück finde ich sowas ja auch ok, wenn's überschaubar bleibt. Aber mir ging's eben mehr um die Frage, ob man eine ganze (mehrtägige) Tour ohne Weg angeht oder lieber nicht.

Zum Thema Zeit und Reserve: Ich gehe halt normalerweise auch immer nur so jeweils ca. 5 Tage am Stück und rechne dann dafür normalerweise einen zusätzlichen Reservetag ein, für alle Fälle, eben um nicht hetzen zu müssen. Aber selbst dann ist die Zeit z. B. zum längeren Wetteraussitzen halt doch begrenzt.

Naja, aber wenn ich das hier so lese, reihe ich meinen eigenen Fall mal in die altersbedingte Bequemlichkeit ein. :mrgreen:
Als ich selbst noch im "Abenteuer"-Alter war, hatte ich eben noch nix mit Fjäll & Co. zu tun. ;-)
Übernachtung in Hütten, zumindest einen Teil der Nächte, finde ich auch meist erstrebenswert, wobei mir immer noch die einfachen finnischen Hütten (Autiotupa) am besten gefallen, also wo alles so spartanisch ist.
Korkenzieher hab ich allerdings wiederum nicht dabei (hab grad mal geguckt, mein Multitool hat sowas auch nicht), denn aus dem Weintrink-Alter bin ich auch schon seit einigen Jahren raus. :bätsch:

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Sternenstaub
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Do 20. Dez 2012, 23:16

diese Frage kann ich dir ehrlicherweise gar nicht beantworten. ich war noch nie irgendwo, wo es so gar keine Wege gab.
Liegt mit Sicherheit auch daran, dass es das in ereichbarer Nähe eher nicht gibt und zB die Touren, die BernieHH/Libertist oder der Wildniswanderer machen, das überschreitet stark meine Möglich/Fähigkeiten. Les ich total gern, aber halte ich für mich für unrealistisch. Genauso wie wirkliche Wintertouren, aber man muss ja auch nicht alles machen. Außerdem gibt es noch so vieles, was eh noch auf mich wartet, also erstmal der E6 und dann.......????
um eine Provokation als solche zu erkennen bedarf es auch eines gewissen Scharfblicks.(Sternenstaub)

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Fr 21. Dez 2012, 08:43

Aber mir ging's eben mehr um die Frage, ob man eine ganze (mehrtägige) Tour ohne Weg angeht oder lieber nicht.
Warum nicht? Das kann man sehr wohl, und besonders das Hochfjäll ist da gut geeignet- in Waldgebieten wird das dort oben eher zur Qual.
Wegen der Geländebeschaffenheit und der eher schlechten Orientierungsmöglichkeiten.
Ich bin in der Nähe von Kvikkjokk mal durch quer durch den Wald gekrochen und das hat wenig Spass bereitet.
Die Frage ist auch- wo hat man die Möglichkeit mehrere Tage unterwegs zu sein ohne auf einen Weg oder Pfad zu treffen?
Da muss man wirklich genau planen ;-)

troubadix
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von troubadix » Fr 21. Dez 2012, 11:50

Zu Diabetikern auf Tour in Lappland: bei den Lapplandtouren hatte ich immer wieder mal ein Kind oder einen Jugendlichen mit Diabetes oder Epilepsie mit, egal ob mit Kanu oder zu Fuß, war völlig unproblematisch und nie etwas passiert. Vorher selbst mit zum Diabetologen und mit Kind am Kurs für Medikamentenanwendung und Verhaltensvorgaben teilnehmen auch eine Bauchpumpe ist da kein Ausschlußkriterium.

Zu den Pfaden: es ist kaum möglich keinen zur Verfügung zu haben. In den Waldgegenden außerhalb der menschlichen Pfade kann man sich ganz gut an die Wild- oder Renwechsel halten, die Viecher wissen meistens warum sie die benutzen. Müssen ja nicht gleich Gams und Steinbockwechsel sein, die es da auch gar nicht gibt.

LG Jürgen

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Fr 21. Dez 2012, 12:01

Man muss da Wildwechsel benutzen, das stimmt. Sonst läuft man einfach Gefahr stecken zu bleiben.
Auch der boreale "Urwald" oder die Flusstäler im Gebirge können mit dem mannshohen Weidengestrüpp ganz schön anstrengend werden.
Lustig ist es wenn man da drin hängt und einen Elchkopf über dem Dickicht sieht welcher einen ganz verdutzt anschaut. :grin:

-wf-
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von -wf- » Fr 21. Dez 2012, 13:15

Mit völlig unerfahrenen Leuten, also welchen, die noch nie wandern waren und auch nicht wissen, ob ihnen das überhaupt gefällt, würde ich nicht in den Sarek gehen, ganz einfach weil die Anreise lang ist, man nicht sofort abbrechen kann und bei Nichtgefallen allen der Urlaub versaut ist. Denen würde ich eher zum Skaneleden raten, wenns schon Skandinavien sein muß.

Der Sternenstaubigen traue ich den Sarek aber locker zu. Hat ja Wandererfahrung, nur eben nicht dort, und das ist zweitrangig. Orientierung ob mit oder ohne Pfad war im Kahlfjäll nie das Problem. Kartenlesen sollte man schon können. GPS braucht man nicht, beim Schneesturm zwischen Alkavarre und Tarraluopal fand ichs aber ganz hilfreich.

Ob Pfad oder nicht Pfad ist gerade im Fjäll ziemlich egal. Die Pfade sind keine Waldautobahnen, also macht das Wandern genausoviel Spaß wie in relativer Wildnis, mir jedenfalls. Ich gehe nie unter zwei Wochen, lieber drei, weil sich sonst die Anreise nicht lohnt. Reservetage plane ich überhaupt nicht, höchstens ein, zwei kurze Tage mit 15 km, damit nachmittags Zeit zum Klamottenwaschen bleibt. Wenn es wirklich nicht klappt, die ganze Strecke zu laufen, wird eben umgeplant und eher aufgehört, wie in diesem Jahr wegen der Schuhe. Richtige Expeditionen traue ich mir auch nicht mehr zu. Die Schlepperei von 30 und mehr kg ist nicht mehr möglich.

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Fr 21. Dez 2012, 13:39

Ich bin schon öfter mit Unerfahrenen in den Sarek-und es gab nie Probleme.
Das Gelände ist doch relativ einfach, es gibt ca 3 etwas schwierigere Watstellen, vielleicht das ein oder andere Geröllfeld, aber ich finde nichts was für Leute mit 2 gesunden Beinen und Füssen nicht machbar wäre.
Ich finde die Alpen da z.B. gefährlicher.
Zudem kann man auch die Route so wählen dass man allzu problematische Teile ausspart.
Und ich hab schon einige Tourvorschläge an "Anfänger" weitergegeben, die sind alle noch am Leben.
Weder ertrunken, noch das Genick gebrochen oder gar vom Bären gefressen. :grin:
Wenn man jemand gut berät, mit Tourvorschlag, Karte, Besonderheiten und Gefahrenstellen sehe ich da auch für absolute Wanderneulinge keine allzugrossen Risiken.
Sie sollten vorher mal eine Wanderung mit Zeltübernachtung gemacht haben, aber das würde man ja bis zum Sommer noch hinbekommen oder? :roll:
Nächstes Jahr geht es wahrscheinlich mit 2 Jungs da hoch die sowas auch noch nie gemacht haben.

Peter


...meistens gefallen den Kids die Touren mit dem alten Sack ganz gut wie es scheint ;-) ...

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Sápmi
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sápmi » Fr 21. Dez 2012, 14:15

Peter hat geschrieben:Die Frage ist auch- wo hat man die Möglichkeit mehrere Tage unterwegs zu sein ohne auf einen Weg oder Pfad zu treffen?
Also ich finde, daran sollte es - zum Glück - ja noch nicht mangeln. In überfüllten Ländern und Regionen gibt's das natürlich nicht, aber in Gegenden wie Lappland gibt's da doch schon noch so einige Bereiche, die zumindest laut Karte von keinen Wanderwegen durchzogen sind.

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Fr 21. Dez 2012, 14:30

Sicher findet man in Lappland eine Strecke auf der es offiziell keinen Weg gibt, so für 5,6 Tage geht das schon.
Aber nicht eingezeichnete Pfade werden auch dort sein. Völlig unberührte Gebiete gibt es da kaum noch.
Rentierzucht, Waldwirtschaft, Bergwerke, Jagd, Tourismus- das hat schon deutliche Spuren hinterlassen.
Ich weiss nicht wie es da in Finnland aussieht- vielleich sind da ja noch ein paar "leere" Gebiete?

milestone als gast

Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von milestone als gast » Fr 21. Dez 2012, 20:17

ich finde das von peter recht treffend. ich denke, dass es auf der welt nur wenige gegenden gibt, in denen nicht irgendein pfad, wildwechsel oder andere wegführung gibt. der weg ist am ende eh durch die natur gegeben.

klar gibt es ausnahmen (man kann auch den eiger mit eisgeräten auf (k)einem weg hoch gehen), aber die sind für den normalsterblichen, der es nötig hat sich bei ods zu informieren, eh nicht von relevanz.
auch der libertist oder der benji sind meiner meinung nach mehr oder weniger bekannten (also etablierten) wegen gefolgt. nur weil ein weg nicht kartographiert ist, muss er nicht gleich "weglos" sein

-wf-
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von -wf- » Fr 21. Dez 2012, 20:32

Meine Wanderung mit zwei unerfahrenen Personen in Südschweden verlangt nicht nach Wiederholung. Nach drei Tagen gingen wir einander völlig auf die Nerven. Den Mitreisenden war der Rucksack zu schwer, die Pfade zu beschwerlich zu laufen (sie kannten nur deutsche Wanderwege), die Unterkunft zu priminitv (keine Dusche). Wir haben uns noch zwei weitere Tage vorangeschleppt, dann abgebrochen. Hätte ich dafür die Anfahrt nach Nordschweden gehabt, hätte ich mich sehr geärgert. Sie hätten körperlich sicher auch eine Tour in Lappland geschafft, aber Urlaub soll Spaß machen, und das war bei uns allen nicht der Fall.

milestone

Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von milestone » Fr 21. Dez 2012, 20:47

DAS kann dir aber mit jedem und in jeder gegend passieren. so ähnlich ging es mir mit freunden an der ostsee und mit freunden in den usa (ok, man sollte auch nicht mit flipflops 50 blocks weit durch NYC laufen :wiking: ). ich nehm trotzdem auch unerfahrene menschen mit auf meine (rucksack)reisen.

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Peter
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Peter » Fr 21. Dez 2012, 21:04

Meine Wanderung mit zwei unerfahrenen Personen in Südschweden verlangt nicht nach Wiederholung. Nach drei Tagen gingen wir einander völlig auf die Nerven.
Das sind Sachen die muss man während der Tour dann abändern. Strecke ändern, kürzere Etappen machen- ich denke das meiste ist eine Sache der Vorbereitung. Ich hab bei meinen Touren immer einen B und C- Plan.
Und Leute die eine Dusche brauchen in den Unterkünften sind denke ich tabu. Die brauchen eine andere Umgebung, das ist klar. Die Dusche am Ende muss sein. Aber eher aus ethisch- olfaktorischen Gründen. :mrgreen:

Peter

Fetznschädl

Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Fetznschädl » Sa 22. Dez 2012, 01:20

"Sarek- Paranoia"
Das Problem dabei ist, dass man erstmal diskutiert, warum etwas für "Anfänger" nicht möglichsein sollte-und das zum Teil mit wenig Fingerspitzengefühl- anstatt vielleicht zu skizzieren, wie es möglich sein könnte.
Hätte ich mich vor meiner ersten "Trekkingtour" von Foren beraten lassen, würde ich vermutlich heute noch auf Feldwegen in der Umgebung "Erfahrung" sammeln :hüstel: Zum Glück habe ich das nicht...
Ich denke wenn man jung, entschlossen, enthusiastisch ist, halbwegs Menschenverstand und ein wenig Kentnis von der Natur bzw Navigation hat oder sich aneignet, nicht aus Zucker oder a vaserl ist, sowie entsprechende Vorbereitung betreibt-bekommt man vieles hin-und das auch ohne großartige Erfahrung-dafür mit der unbekümmerten Leichtigkeit der Jugend.-sag ich mal.

Ausserdem-die mystische Aura die dem Sarek fälschlicherweise angedichtet wird, wird sowieso überbewertet.
-Man kann nur dorthin, wenn man xy zertifizierte Erfahrung hat-> FUBAR
-ist ja nicht so, als würde man dort wirklich gefährliche Gletscherüberquehrunge oder hochalpine Gratüberquehrungen machen müssen.

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Sápmi
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Re: Sarek- Paranoia

Ungelesener Beitrag von Sápmi » Sa 22. Dez 2012, 14:55

milestone als gast hat geschrieben: nur weil ein weg nicht kartographiert ist, muss er nicht gleich "weglos" sein
Naja, aber für die Orientierung besteht da schon ein sehr großer Unterschied. Bei einem in der Karte eingezeichneten Weg weiß ich ja immerhin, von wo nach wo der führen wird. So ein Trampelpfad vom einen Nichts ins andere kann mich unter Umständen mehr in die Irre führen als mir bei der Orientierung helfen.

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