SAREK Kurztour-Solo

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Timo
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SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 19:47

SAREK NATIONALPARK KURZTOUR

Kontinent/Region : Skandinavien / Nordskandinavien
Reiseland: Schweden
Reisezeitraum : August/September 2011
Reiseverlauf:
Frankfurt –> Stockholm –> Kiruna -> Ritsem
Saltoluokta -> Kiruna -> Stockholm -> Frankfurt

Einleitung
Dieses Jahr habe ich mich entschieden einen Teil des Sarek Nationalparks zu durchwandern. Aufgrund beruflicher Verpflichtungen hatte ich allerdings nur ca. 5-6 effektive Wandertage zur Verfügung. Also habe ich mich für eine etwas kürzere Route entschieden.

Ich habe mich bewusst für die landschaftlich unspektakulärere Route entschieden – dafür aber eine nicht sehr frequentierte. Ich wollte nördlich um das Ahkka-Massiv auf die Gassahlako Hochebende und von dort aus durch das Guhkesvagge zum Slugga - am Pietsaure vorbei nach Saltoluokta.

28.08.2011
PACKEN


Das Packen der artet bei mir immer sehr aus….überlege…entscheide….überlege wieder …entscheide wieder um usw…also verbringe ich fast den ganzen Tag damit. In einem Zustand vorübergehender geistiger Umnachtung hatte ich das Zeltgestänge ins Handgepäck gepackt, in letzter Minute ist mir dann noch eingefallen was meinem Zeltgestänge und den Heringen wohl am Security Check droht. Also habe ich alles wieder umgepackt und gewogen und gepackt und gewogen. Ich habe dann einen Großteil des Proviants im Handgepäck transportiert. Praktisch ist, dass ich in Kiruna die Möglichkeit hatte einige Zivilsachen und Bücher im Gästehaus zu lassen.

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29.08.2011
ANREISE TEIL 1: Frankfurt – Stockholm – Kiruna


Ich hatte zuerst überlegt gehabt direkt nach Gällivare zu fliegen. Die Flugzeiten waren aber so schlecht, dass ich zum Schnäppchenpreis von 230,00 € für Hin- und Rückflug nach Kiruna geflogen bin. Morgens noch die letzten Überlegungen was noch mit muss bzw. zuhause bleiben kann. Dann geht es los zum Bahnhof und von dort aus zum Flughafen Frankfurt am Main. Am Bahnhof verpasse ich fast den Zug zum Flughafen da der freundliche Fahrkartenautomat der Bahn keine Scheine akzeptiert hat und ich noch wechseln muss. Während der Bahnfahrt ärgere ich mich, dass ich das Fernglas doch nicht eingepackt habe – egal jetzt ist es eh zu spät.

Am Flughafen angekommen will mich nachdem der Lufthansa- Automat für den Check-In meine Buchungsnummer nicht kennt die freundlich Dame mit meinem Bergans Powerframe zum „Sperrgepäck“ schicken! Ich versichere Ihr, dass wenn ich mit dem einpacken fertig bin der Rucksack Standardmaße hat. Also beginnt der Kampf zwischen mir und dem Rucksack sowie der IKEA-Plastikverstautasche und dem Klebeband – ich gewinne.

Beim einchecken muss ich dann wegen den Ösen an den Stiefeln mit Socken durch den Security-Check. Besonders in Erinnerung wird mir der zuvorkommende Service der SAS bleiben – man bekommt während des Fluges keine Getränke oder Snacks – nur gegen Bezahlung.

Beim Boarding sehe ich noch viele andere Outdoorler, die auch ins wunderschöne Schweden wollen!

Hier nochmal eine wichtige Information für Alle die mit dem Flugzeug nach Schweden wollen und von Stockholm-Arlanda aus weiterfliegen. Wer mit SAS nach Arlanda fliegt und von dort aus auch mit SAS (Anschlussflug) weiter fliegt (z.B. Kiruna, Gällivare etc..) muss das Gepäck nicht nochmal durch den Zoll tragen – es wird automatisch umverladen. Das ist nicht so wenn der Anschlussflug bei einer anderen Fluggesellschaft gebucht wurde - dann muss man das Gepäck neu aufgeben bzw. durch den Zoll tragen.

Der Flug nach Kiruna ist erwartungsgemäß nur zu ca. 50% ausgebucht – das heißt die Maschine ist halb leer. Im Anflug auf Kiruna bestätigt sich mein Bild von Lappland – rauh – kühl – regnerisch – Berge – Seen und Wildnis….wunderbar (naja vielleicht bis auf den Regen)!

Der Flughafen in Kiruna ist klein…sehr klein für unsere Vorstellungen von einem Flughafen…hier kann man sich nicht verlaufen…dafür aber ein paar hundert Meter vom Flughafen entfernt, da steht man nämlich im Wald! Vor dem Flughafen befindet sich ein Parkplatz für Hundeschlitten!

Am Flughafen komme ich dann noch mit ein paar anderen Reisenden ins Gespräch, die meisten wollen eine Nacht in Kiruna bleiben und von dort aus hoch nach Abisko.

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Timo
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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 19:48

Der Flygbus bringt uns für 50 Kronen nach Kiruna – der Fahrplan ist auf die Ankunftszeiten der Flüge abgestimmt. In Kiruna geht es dann im strömenden Regen zu meiner Unterkunft.

Im Haus ist erstmal niemand aber alle Türen sind offen – ich rufe. Es kommt die Gastgeberin, die mich sehr freundlich empfängt und einweist. Ich bekomme für mich alleine ein 4-Bett Zimmer – und das für 250 Kronen. Es gibt 2 Bäder – einen Aufenthaltsraum und eine Gemeinschaftsküche und es besteht die Möglichkeit die auf der Tour nichtbenötigten Sachen dort zu lassen.

Ich will gleich erstmal in die Stadt um noch Spiritus zu besorgen. Kiruna ist nass, kalt und eine richtige „Arbeiterstadt“. Im ICA-Supermarkt finde ich keinen Spiritus…bis ich einen netten Verkäufer frage und der mir welchen aus dem Lager holt. Ich entwickele sehr schnell eine besondere Liebe für „Polarbread“…mhh lecker!
Vor der Tür der Herberge treffe ich noch auf einen Landsmann – wir machen noch zusammen eine Runde durch Kiruna und sitzen noch bis ca. 23:00 Uhr zusammen in der Küche und unterhalten uns. Er will in keinen bestimmten Park oder auf einen bestimmten Wanderweg – sondern einfach die Gegend nordwestlich von Kiruna etwas erkunden.

Ich schlafe relativ schlecht und werde gegen 4:00 Uhr wach.

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30.08.2011
ANREISE TEIL 2: KIRUNA – RITSEM – PATJALANTALEDEN

Ich packe alles zusammen und mache mit auf zum Bus. Der Bus fährt um 7:15 und an der Haltestelle treffe ich noch auf andere Wanderer die nach Ritsem wollen. Ich treffe auf einen Wanderer aus Belgien, dessen Name ich mir leider nicht merke obwohl wir dann sogar die ersten Kilometer zusammen laufen.

In Gällivare will gleich eine ganze Schulklasse unangemeldet nach Kebnats – das heißt die Plätze im Bus reichen nicht für alle Reisewilligen. Das Busunternehmen entscheidet ersteinmal die Schüler nach Kebnats zu fahren. Ein weiterer Kleinbus der dann später kommt soll die restlichen Fahrgäste dann nach Kebnats fahren – wo der Bus wartet. Leider verzählt sich die Busfahrerin und im später antreffenden Kleinbus sind wieder 3 Plätze zu wenig. So werden ich und ein Pärchen aus Hamburg tatsächlich mit dem TAXI von Gällivare nach Kebnats gefahren. In Kebnats steigen wir dann in den Bus zu und ab geht’s nach Ritsem.

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In Ritsem müssen wir nicht wie vermutet ca. 1,5 Stunden auf die offizielle Fähre warten. Ein geschäftstüchtiger Sami kommt direkt nachdem wir ausgestiegen sind und bietet an uns für 200 Kronen pro Person über den Akkajaure Stausee zu bringen…also los geht’s!

Am anderen Ufer angekommen, entschließe ich mich kurzer Hand meine Route zu ändern – eigentlich wollte ich nördlich um das Ahkka-Massiv. Da aber auch der Belgier seinen Plan geändert hat (er wollte erst in Suorva starten)…und wir uns gut verstehen, beschließen wir die ersten Kilometer gemeinsam zu gehen. Also beschließe ich nun erst ein Stück auf dem Padjelantaleden zu gehen und das Ahkka-Massiv dann südlich zum umwandern.

Direkt nach dem loslaufen empfängt uns Nordschwedens schöne Landschaft. Ich bin begeistert von der Schönheit dieser Gegend. Wir laufen diesen Tag noch ca. 12 Kilometer auf dem Padjelantaleden, die anderen die mit uns gestartet sind ein bisschen weniger. Es herrscht eine tolle Atmosphäre - an einer kleinen bereits vorhandenen Feuerstelle lassen wir mit einem kleinen Feuerchen und einer Doppelportion Trekking-Mahlzeiten den Tag ausklingen. Einige Mücken versuchen ihr Glück, aber der Rauch des Feuers vertreibt die Biester. Während der anderen Tage hatte ich überhaupt keinen „Feindkontakt“ mehr mit den Blutsaugern. Gegen 22:00 Uhr wandere ich weiter ins Reich der Träume!

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Hier treffen wir auch schon auf die ersten Rentiere.... und natürlich eine wundervolle
Landschaft die von Wälder über Berge, Flüsse und Heiden alles zu bieten hat!

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 19:49

31.08.2011
PATJELANTALEDEN – SUOTTASJJAVRRE


Der Patjelantaleden ist ein wirklich toller Wanderweg und verglichen mit dem unwegsamen Gelände im Sarek ist das „Wellness-Wandern“ für die Beine und Füße.
Ca. gegen 5 Uhr wache ich auf und liege noch bisschen im Schlafsack rum. Danach gehe ich mich waschen und Zähneputzen etc. – es dauert nicht lang und mein Freund aus Belgien kriecht auch aus seinem Hilleberg Nallo GT. Wir hatten verabredet um 6:00 Uhr aufzustehen – ca. 2 Stunden zu wandern dann zusammen noch zusammen zu frühstücken bevor sich unsere Wege trennen sollen.

Das Wetter ist wie gestern Abend auch toll und ich habe richtig Lust loszulaufen.
Ich bin doch froh die Therma-Rest ProLite Matte genommen zu haben…es schläft sich viel angenehmer auf der Matte als auf der Ridgerest.
Wir laufen den Padjelantaleden weiter, treffen noch auf einen etwas älteren Wanderer der uns zu dieser unchristlichen Zeit entgegen kommt. Nach ca. einer Stunde machen wir kurz vor der Kisurisstugan, welche nicht auf unserer Route liegt eine kurze Pause.
Der Belgier schaut zur Entfernungsschätzung öfter auf sein GPS – ich bevorzuge die Karte.

Sofort merkt man, dass wir den „angenehm“ zu laufenden Padjelantaleden verlassen haben, das Gelände wird unwegsam und anstrengender. Willkommen im Grenzgebiet zwischen Patjelantaleden und Sarek. Wir sehen den Gisuris – das Ahkka Massiv und den weiter entfernt liegenden Vardotjahkka. Auch durch den Sarek führen viele Trampelpfade, angeblich durch die landschaftlich schönsten Täler. Auf meiner Route werde ich jedoch bald keine Pfade mehr finden…

Gegen 11:00 Uhr machen wir dann Frühstück ca. 1-2 Kilometer von der Kisuriskatan entfernt. Das Wetter wird zunehmend schlechter und es dauert nicht lange bis es sehr schnell sehr kühl wird und anfängt zu nieseln.

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Ich habe das Gefühl dem Belgier ist mein Tempo etwas zu schnell und der Rucksack ist nicht gerade sein bester Freund. Ich habe mit meinem Powerframe trotz des hohen Gewichts überhaupt keine Probleme.

An dem Punkt wo sich der „Nijakjagasj“ und der „Suottasjjahka“ treffen trennen sich unsere Wege. Der Belgier will auf dem Trampelpfad ins Ruohtesvagge weiter und ich zur Gassalahko Hochebene.

Wir wünschen uns noch viel Glück und gehen unserer Wege.

Ich will bei der nächstpassenden Gelegenheit den Suottasjjahka fuhrten. Also Stiefel aus und rein in die Wasserschuhe. Ich entscheide mich für die Stelle bei welcher ich zuerst zwei kleine Seitenarme durchfuhrten muss – kein Problem. Jedoch muss ich feststellen das ich den Suottasjjahka etwas unterschätzt habe…und natürlich die 3-fach Fuhrt den meine Füße spüre ich fast nicht mehr in der Mitte des Bachs. Aber das eigentliche Problem ist, dass mir in der Mitte des Bachs mein „Billig-Trekking-Stock“ der Marke „LIDL“ zusammenschiebt und ich dadurch ausrutsche. Beim ausrutschen verliere ich meinen linken Wasserschuh der sich für immer in den Weiten des Bachs verabschiedet.

Durch das ganze Gewanke gibt mir mein Rucksack von hinten noch einen Schub und ich trete mit trete volle Wucht mit dem linken Fuß auf einen relativ spitzen Stein im Bachbett.

Nun humpele ich mit einem Wasserschuh – fast keinem Gefühl mehr in den Füßen und einem kaputten Stock zum anderen Ufer. Ich hatte genau zwei Billigteile in meiner Ausrüstung und genau diese beiden Teile haben versagt, die Wasserschuhe für 9,90 € und die Billigstöcke. Wobei ich die Stöcke vorher auf zwei Bergtouren getestet habe….
Als ich am anderen Ufer wieder anfange meine Füße zu spüren…spüre ich auch die Schmerzen ich habe mir eine starke Prellung zugezogen und jeder Schritt schmerzt sehr. Naja wenigstens bin ich nicht in den Bach gestürzt. Ich ärgere mich über mich selbst das ich an der falschen Stelle gespart habe und über den Verlust des Wasserschuhs, denn jetzt heißt es mit den Stiefeln fuhren.

Außerdem ist es abends echt angenehm wenn man mal aus den Stiefeln raus kann und mit leichten Schuhen den Abend verbringt.

Der weitere Weg ist unangenehm das jeder Schritt wirklich weh tut…aber was will man machen – selber schuld.

Das Wetter wird immer schlechter und es zieht Nebel auf. Die Umgebung wird auch immer unfreundlicher und ich muss über große Blockfeld-Passagen – was mit dem geschundenen Fuß enorm unangenehm ist.

Ich laufe am Niak vorbei und mein Ziel ist eigentlich der kleine See zwischen „Vardotjhakka“ und „Suottasjjhaka“ auf der 900er Höhenlinie. Ich finde die Gegend aber nicht sonderlich spektakulär, da es auch kurzzeitig nebelig und regnerisch wird. Ich beschließe bis zu den Randgebieten des „Suottasjjavrre“ weiter zu gehen.


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Am Abend wird das Wetter dann wieder besser und ich finde einen recht angenehmen Platz für mein Zelt. Der Boden ist hier im Großen und Ganzen ziemlich sumpfig oder es sind Blockfelder – die wenn es nass ist besonders Spaß machen. Kurz bevor ich mein Zeltplatz erreiche trete ich versehentlich auf einen Lemming und muss ihn von seinem Leiden erlösen. Die kleinen Tierchen sind so schnell und dieser hat sich quasi unter meinen Schuh geschoben – ich habe noch versucht auszuweichen – aber keine Chance. In dieser Gegend hier wimmelt es von Lemmingen – da ist richtig was los.
Am Abend gelingt es mir dann noch meinen Stock provisorisch zu reparieren. An diesem Abend habe ich irgendwie nicht so richtig Hunger und so bleibt es bei ein bisschen Brot, Hartwurst und Tee.

Durch den dann abendlich klaren Himmel zieht es nochmal etwas an und es wird ziemlich klamm.


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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 19:52

01.09.2011
SUOTTASJJAVRRE - LIEHTJITJAVRRE


Ich wache wir immer sehr früh auf und bin bereits gegen 6 Uhr abmarschbereit. Ich habe die Angewohnheit morgens immer erst einmal etwas Strecke zu machen und nach ca. 2 Stunden zu Frühstücken.

Leider habe ich im Vorfeld die Kombination Powerframe und Vaude Power Taurus nicht ausprobiert – mein anderer hatte immer Problemlos rechts neben mir Platz im Zelt. Mit dem Powerframe ist es schon komplizierter, da müssen erst die Seitentaschen ab und dann wird’s immer noch eng.

Aber ist wohl klar das da nicht ein kleinerer Rucksack her muss – sondern ein größeres Zelt.

Über Nacht ist alles zugezogen und es ist auch noch total nebelig. Regen wechselt sich mit Niesel ab – zwischendurch klart es mal ganz wenig auf. Die Landschaft wird zunehmend trostloser – verstärkt natürlich durch das Wetter. Es ist eine einzige Geröll-Landschaft wo sich Blockfelder abwechseln. Teilweise ist es sehr beschwerlich voranzukommen. Zwischenzeitlich zieht es hier oben so zu, dass ich keine Gipfel mehr erkennen kann. Jedoch kann man sich ganz gut an den Ufern der kleinen und mittelgroßen Seen orientieren. Mein Tagesziel ist eigentlich der See auf Höhe 989 beim Sarekvarsj.

Zwischendurch klart es immer mal wieder auf und ich habe die Hoffnung, das die Sonne raus kommt...dann zieht alles wieder zu.

Ich komme an der Rentierzüchterhütte hinter dem Alep Gassavarasj vorbei.

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Das Wetter und der Nebel tragen dazu bei, dass ich ein ziemlich strammes Tempo anschlage und somit schon Mittags am eigentlichen Tagesziel bin – was mich wundert bei diesem anstrengendem Gelände und dem kleinen Monster auf meinem Rücken.
Nach einer Rast gehe ich weiter zum Guhkesvagge. Bei schönem Wetter muss der Anblick runter ins Tal sehr viel schöner sein.

Zwischendurch immer wieder Fuhrten – die meisten sind problemlos. Bei verschiedenen Bächen muss ich relativ weit hoch gehen oder mal länger nach einer geeigneten Stelle suchen.

Ich wandere übrigens immer eine volle Stunde und mache dann ca. 10 Minuten Pause – oder halt an einer besonders schönen Stelle – mit diesem Konzept kann man meiner Erfahrung nach auch größere Tagesdistanzen mit relativ schwerem Gepäck mehrere Tage durchziehen.

In dieser Gegend treffe ich auf niemanden. Seit ich mich gestern Vormittag von meinem belgischen Wanderfreund getrennt habe, bin ich keinem Menschen begegnet.

Nach wenigen Kilometern sehe ich die Brück am Ende des Guhkesvagge übder den Guhkesvakkjahka. Nachdem ich die Brück hinter mir gelassen habe suche ich mir ein Zeltplatz mit Blick auf den LIEHTJITJAVRRE und den Ähpar. Das Wetter bessert sich gegen Abend wieder ein wenig und es gibt leckeres Chili-Con-Carne – Doppelpack natürlich. Danach noch eine Tafel Ritter-Sport.


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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 20:03

02.09.2011
LIEHTJITJAVRRE - SALTOLUOKTA

Nach einer wirklich angenehmen Nacht wache ich gegen 5:39 auf – früh wie immer! Nachdem ich alles zusammengepackt habe geht es dann auch wieder sehr früh los. Nach weiteren gefühlten 100 Mini-Fuhrten durch Kleinstbäche erwartet mich ein sehr anstrengendes Gelände um die Rentierzüchterhütte am Njiravjagasi. Ich komme nur sehr langsam voran. Eine schweißtreibende Unternehmung. Nachdem ich den Sluggajahka gefuhrtet habe geht es steil nach oben. Das Gelände ist sehr sumpfig und es ist den ganzen Tag schon wieder ein Niesel-Regen-Wetter.

Auf Höhe des Slugga mache ich eine Pause und genieße die einsame Landschaft. Ich freue mich auf den Ausblick, der mich erwartet wenn ich am Ghäppo vorbei bin. Hier liegen einige kleine schöne Seen und die Landschaft wird zunehmend freundlicher. Und so ist es auch bei einem kleinen See auf ca. 950 Meter Höhe erwartet mich ein Atemberaubender Blick auf das Tal, den Alep Gierkav , See und viele andere Gipfel. Mit diesem Ausblick ändert sich auch schlagartig das Wetter uns zum ersten mal kommt so richtig die Sonne raus. Genial!

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Nach der Pause und mit dem tollen Ausblick und Wetter fällt mir der Abstieg ins Tal sehr einfach. Zusätzlich werde ich an diesem Tag noch mit einer Begegnung mit einem echten Fjällräven belohnt. Leider ist er zu schnell für meine Kamera und ich konnte den Fuchs nur flüchtig auf Distanz filmen.

Um so tiefer ich steige um so schwieriger wird das Gelände wieder – es gleicht nahezu einem Dschungel. Aus diesem Grund bleibe ich etwas auf Höhe. Das anstrengendste Gelände ist auf Höhe des Rumok. Ich ziehe jedoch Sumpf und Gestrüpp den großen teilweise mit schwerem Rucksack sehr schwer zu überwindenden Blockfeldern vor – denn ein nasser Fuß ist besser als ein gebrochener.

Auf Höhe des Rasek mache ich noch einmal eine kurze Pause bevor es dann an der Samensiedlung vorbei über den Kamm nach Saltoluokta geht.

Der Strand und der See sind sehr schön aber es wird sehr windig hier und im Schatten des Rasek auch recht kühl. Ich gehen am Rentierzaun entlang zu Siedlung.
Hinter dem Zaun suche ich nach der besten Stelle um den Avtsusjjahka zu fuhrten. Leider habe ich das Büchlein nicht dabei in dem steht, das die beste Fuhrt ca. 50 Meter vom Ufer entfernt durch Knietiefes Wasser führt. Während ich da stehe tauchen hinter mir zwei Schweden auf die auch rüber wollen. Bei Niedrigwasser kann man angeblich über die Sandbänke. Es stellt sich nun die Frage wer von uns drei nun die Wassertiefe testet….ist wohl klar: ICH!

Nun..nachdem ich am anderen Ufer angekommen bin..wissen wir alle - das Wasser geht ca. bis zum Brustansatz und es reicht nicht die Hose hochzukrämpeln. Bei etwas Strömung muss man dann auch aufpassen, dass man nicht in den See getrieben wird.
Während ich mich drüben trockene und umziehe suchen die beiden Schweden vergeblich nach einer bessern Fuhrtstelle…am Ende heißt es in der Unterhose durch das tiefe Wasser.

Wir wünschen uns beide noch viel Glück ..die beiden Schweden bleiben bis zum nächsten Tag hier – ich will noch weiter über den Kamm und mir im Wald ein schönes Plätzchen suchen.

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 20:05

Die Samensiedlung wirkt verlassen alles ist zu und keiner ist da. Ich gehe den Weg hoch Richtung Saltoluokta und werde wieder mit einem tollen Ausblick belohnt. Ich finde in der Nähe eines Bachs einen wirklich genialen Zeltplatz mit Ausblick auf den See und den tollen Birkenwald.

Ich schlage mein Lager auf und Abends gibt es lecker Chicken-Curry.
Eigentlich hatte ich geplant in der Samensiedlung frisches Brot und geräucherten Fisch zu probieren, das muss jetzt wohl bis zum nächsten mal warten.
Da ich die eigentliche Tour ja nun viel zu schnell beendet habe beschließe ich am nächsten Tag den Kungsleden hochzulaufen und mich ein wenig auszuruhen.

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03.09.2011
SALTOLUOKTA & Anfang des Kungsleden

Nach einem leckeren Frühstück beschließe ich das Zelt stehen zu lassen und mit Tagesgepäck den Kungsleden hochzulaufen sowie mir die Gegend um Saltoluokta etwas anzusehen.

Verglichen mit dem Sarek ist der Kungsleden wie auch der Padjelantaleden „Wellness-Wandern“.

Zufällig treffe ich erneut die beiden Schweden vom Vortag – wir plaudern kurz und dann geht es weiter.

Ich laufe nur die ca. 9 KM zur Schutzhütte…dann wird das Wetter sehr schlecht. In der Hütte treffe ich auf einige Deutsche und auf einen Schweden der auch aus dem Sarek kommt. Er will heute noch nach Salto und die Nacht dort bleiben, hat dann aber noch Zeit. Wir kommen so richtig ins Gespräch und beschließen, da wir beide noch Zeit haben am nächsten Tag zusammen auf den Lulep Gierkav zu gehen. Am Nachmittag schaue ich mir die Gegend noch ein wenig an. Am Abend gibt es Bannock.

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Sa 8. Okt 2011, 20:06

04.09.2011
LULEP Gierkav

Eine nette Halbtageswanderung zum Lulep-Gierkav…es ist sehr nebelig. Leider wird einem der tolle Ausblick in den Sarek durch TOTAL-NEBEL geraubt. Dafür werden wir in Nähe des Gipfels mit dem Besuch eines Wiesels belohnt welches wenig scheu um uns rum springt und uns neugierig beobachtet. Ich baue mein Zelt ab und verbringe die letzte Nacht in der Fjällstation und besuche die Sauna mit Ausblick auf den See.
Die Fjällstation ist toll – am Abend gibt es Elchtopf und Leichtbier!

Übrigens: In der Sauna trinken alle Schweden Bier!


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05.09.2011 / 06.09.2011
Zurück nach KRUNA und zurück nach Frankfurt

Nach einem tollen Frühstück in der Fjällstation geht es dann auch wieder so langsam auf die Heimreise. In der Fjällstation habe ich noch einen Wanderer aus Hamburg getroffen mit dem ich mich noch lange unterhalte und auch zurück nach Kiruna fahre. Am nächsten Tag fliegen wir sogar zusammen im selben Flieger nach Arlanda – vorher werden natürlich noch einige obligatorische Souvenirs besorgt.

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Es kann durchaus sein das ich ein paar Bilder in der Reihenfolge vertauscht habe oder samische Namen falsch geschrieben habe. Man möge mir das nachsehen. Und wer Rechtschreibfehler findet darf diese gerne behalten :-)
Zuletzt geändert von Timo am Do 12. Sep 2013, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Sa 8. Okt 2011, 21:56

Ein interessanter Bericht mit (trotz des teilweise nicht so guten Wetters) schönen Fotos. Nordschweden kenne ich leider überhaupt noch nicht, obwohl es mich durchaus schon länger dorthin zieht. Also den Sarek würd ich mir nicht so ohne weiteres zutrauen, was wäre für einen NordlandAnfänger eher zu empfehlen, der Patjalantaleden oder der Kungsleden?
um eine Provokation als solche zu erkennen bedarf es auch eines gewissen Scharfblicks.(Sternenstaub)

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Mo 10. Okt 2011, 16:31

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Peter » Mo 10. Okt 2011, 16:37

Die Lemminge sind schon mutig... :grin:

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Mo 10. Okt 2011, 17:24

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Re: SAREK Kurztour-Solo

Ungelesener Beitrag von Timo » Di 11. Okt 2011, 09:24

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