Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

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Sternenstaub
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Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Sa 25. Jun 2016, 15:42

Was so lange sehnsüchtig erwartet wurde, verlief doch ein wenig anders, als angedacht. Das soll aber kein Bericht vom Scheitern sein, seltsamerweise war es das letztlich nicht.

Aber fange ich doch einfach an. Nach drei Krankheitswochen, die mich immer noch angeschlagen zurück ließen, kam ein dreiwöchiger Arbeitsmarathon, in welchem ich versuchte, alle Rückstände aufzuarbeiten und alles mögliche für meine Abwesenheit vorzubereiten. Eigentlich hatte ich geplant, am Freitag bereits frei zu nehmen, damit mir für die letzten Tourenvorbereitungen noch etwas Zeit blieb, das ging sich aber nicht aus, da meine Vertretung kurzfristig krank geworden war, so wickelte ich wenigstens noch die Sprechzeit ab, bevor ich dann um 13.00 Uhr das Büro verließ.

Endlich raus und kurz durchatmen. Noch ein paar Sachen besorgen, Rucksack fertig packen und irgendwie war noch immer etwas zu tun.
Gegen 23.00 war ich dann endlich im Bett, um 05.30 sollte der Wecker klingeln, weil kurz nach 7.00 mein Zug den Hauptbahnhof verlassen würde.

Und nun stehe ich also am Gleis 5 und um 07.06 soll der Zug nach Hamburg abgehen. Ich bin mehr als unausgeschlafen, um 3.00 war meine Nacht vorbei, ich konnte einfach nicht wieder einschlafen. Ach was, ist egal, ich kann mich ja auf der Zugfahrt ausruhen. Von Hamburg aus geht es nach Kopenhagen, von dort über die Flughafenstation in den Zug nach Kalmar, wobei ich um 16.20 in Höör ankommen sollte, wenn alles so klappt, wie es soll.
Ich habe noch etwas Zeit und beschließe ein Abschiedsfoto vom Gleis zu machen. Was für ein Schreck, die Kamera löst nicht aus. Habe ich etwa doch den Akku oder die Karte vergessen (so was dummes ist mir leider schon mal passiert), aber nein, alles ok. Hat mein Sohn doch nicht wie erbeten, den Akku aufgeladen, was mache ich denn jetzt nur? aber da fährt der Zug ein, das Problem muss ich dann in Hamburg lösen, wobei da habe ich nur 18 Minuten Aufenthalt. Nicht besonders entspannt sitze ich im Zug. Zum Glück kommt da ein junger Mann mit einem Tablett voller Kaffeebecher vorbei, so sieht doch gleich alles freundlicher aus und ich trinke langsam meinen Kaffee, der überraschend gut und noch wirklich heiß ist.
Der Zug kommt nahezu pünktlich in Hamburg an, aber keine Chance im Bahnhof noch nach einem Fotoladen zu suchen, der vielleicht den Akku überprüft. Auf dem Gleis, wo der Anschlusszug losfahren soll, steht zwar ein Zug, aber keinerlei Angaben, wohin der gehen könnte, nur überall groß angeschlagen, Bitte nicht einsteigen. hm?? Ich frage eine Schaffnerin eines anderen Zuges, die Gleise würden oft gewechselt, ich solle doch mal auf der Abfahrtstafel oben nachschauen. ok, also hoch, da steht kein Zug nach Kopenhagen, seltsam. Also wieder runter, in den nicht-einsteigen-Zug steigt auch niemand ein, es steht nicht mal jemand dort, so weit ich das sehen kann, auch kein Zugbegleiter. Was mache ich denn jetzt? Plötzlich erscheint am Ende des Bahnsteigs ein Bahnmitarbeiter pfeift und der Zug fährt los. WIE bitte??? War das jetzt der Zug nach Kopenhagen, obwohl da nix am Gleis zu erkennen ist?? Neben mir schimpft eine Familie los, das gäbe es doch gar nicht, sie hatten das gleiche Problem wie ich. also gehen wir zusammen zum Bahnauskunftsschalter und fragen nach. Ja, der Zug nach Kopenhagen ist gerade richtig vom Bahnsteig abgefahren. Und warum war er nicht ausgeschildert und kein Mensch, den man hätte fragen können außerhalb des Zuges? Das konnte der Typ erst nicht glauben, zum Glück haben wir uns als Zeugen. Er bestätigt also, dass wir aufgrund von uns nicht zu vertretenden Umständen, unseren Zug nicht erreicht konnten und dass wir jeden x-beliebigen Zug nun nehmen können. Wenigstens etwas.
Es gibt nun zwei Möglichkeiten, um nach Kopenhagen zu kommen, einmal mit dreimal Umsteigen, da hätte ich in einer Stunde losfahren müssen und wäre nur etwa 40 Minuten vor dem direkten Zug angekommen. Der direkte Zug fährt dann in zwei Stunden los, der ist mir doch sehr viel lieber.
Also los und ein Fotogeschäft gesucht.
Zuerst werde ich im Hbf fündig, die freundliche Angestellte lässt sich von mir den Akku geben und schlägt vor in einer halben Stunde wieder zu kommen. ok, dann mache ich erst einmal eine kleine Rast bei Macdoof, ein kleines Frühstück wäre jetzt ganz ok. Ich setze mich zu einer jungen Frau, die mich frage, wohin ich denn mit dem großen Rucksack wolle und es entspannt sich ein nettes Gespräch.
Zurück im Fotoladen teilt mir die Verkäuferin mit, dass es nicht am Akku liegt, der ist voll und vollkommen in Ordnung (innerlich leiste ich Abbitte bei meinem Sohn ;-) ), dann untersucht sie die Kamera und fragt, ob sie das Objektiv wechseln darf. Ja natürlich und siehe da, mit einem anderen Objektiv klappt das Fotografieren wieder auf Anhieb. So ein Mist. Sie zeigt mir ein-zwei Objektive, erklärt aber, das sei alles nicht das richtige und auch zu teuer, im anderen (richtigen) Geschäft hätten sie noch andere gute Objektive, das sei aber zu weit. hm, gehen Sie doch nach Saturn, das ist um die Ecke und die sind eigentlich gut ausgestattet schlägt sie vor, ok, ich habe ja noch genug Zeit. Ich bedankte mich herzlich, mich uneigennützig zur Konkurrenz zu schicken, das finde ich echt klasse.

Also wieder den Rucksack gebuckelt und zum Saturn. Und da begeistern mich die Hamburger noch einmal mehr, ein guter und offensichtlich kompetenter Verkäufer hört sich mein Problem an, sucht nach passenden Objektiven und muss dann einfach passen. Ich kann Ihnen nichts mit gutem Gewissen empfehlen. Alles wäre ein Rückschritt zu ihrem jetzigen Objektiv und ich könnte zwar etwas bestellen, aber Sie sind ja auf Reise. hm... Wie viel Zeit haben Sie denn noch? Ich antworte und nach einigem Überlegen schickt er mich noch einmal weiter, ich solle die Basarstraße entlang gehen, auf der linken Seite nach einem Imbiss käme dann ein großes Fotofachgeschäft. Es müsse doch mit dem Teufel zugehen, wenn ich da nichts fände. Ich solle auch noch gebrauchten Objektiven fragen, die hätten da meist etwas.

Einmal mehr bedanke ich mich sehr, die Hamburger seien echt total nett, er wird etwas verlegen und antwortet, das wäre doch das Mindeste, dass man zu den Leuten freundlich wäre. Und mir gegenüber sei das ja auch einfach, da kämen manchmal Idioten an... und lacht und ich mit.
Also weiter und zu dem Fachgeschäft. Inzwischen finde ich das alles schon amüsant und gehe gut gelaunt in den Laden. Wieder Problemschilderung, der Verkäufer ist dieses Mal aber eine Enttäuschung, ich stufe ihn schnell als Schnösel ein. bei jedem Objektiv, welches er laut lobt, sage ich ihm, dass mir das zu teuer ist und ob sie nicht gebrauchte Objektive hätten. Und wieder ein anderes und neues und teuer. Langsam werde ich giftig, ich sei auf Tour und 1100 € für ein neues Objektiv wären gerade in meinem Reiseetat nicht drinnen. Da mischt sich ein Kollege ein, ob er mal übernehmen dürfe, er habe da ein gut erhaltenes Originalobjektiv von Nikon, ob er mir das zeigen dürfe. Dann scheucht er den anderen Verkäufer weg und bringt mir das Nikonobjektiv. Er lässt mich einige Fotos machen und zeigt mir genau das Objektiv. ok, für 349.- € wechselt es den Besitzer und ich bin bisher sehr zufrieden damit.
Also bedanke ich mich und verlasse den Laden, endlich!!!!!!! kann ich wieder fotografieren.

Das Foto entstand mit dem Probeobjektiv im Bahnhof

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dieses aus dem Fachgeschäft heraus

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als glückliche Besitzerin eines neuen gebrauchten Objektives gehe ich dann zum Bahnhof zurück und mache 2, 3 Fotos.

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Pünktlich verlasse ich mit dem Zug Hamburg, aufauf nach Kopenhagen....

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Der Zug fährt in Puttgarden auf die Fähre, ich freue mich schon, mir die Füße vertreten und Seeluft schnuppern zu können.

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ein strahlend blauer Himmel mit etwas Mond

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eine andere Fähre kreuzt unseren Weg

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Schiffe üben eine starke Faszination auf mich aus

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aber es geht wieder in den Zug, irgendwie witzig so ein Schild auf einer Fähre

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Ich erreiche Kopenhagen, steige zweimal um, einmal in den Zug zum Lufthavn, das andere mal in den nach Kalmar. Bevor ich den letzteren besteigen kann, muss ich Ausweispapiere und Zugticket vorweisen, wozu ich aber Meinungsäußerungen besser unterlasse.
Jetzt bin ich ziemlich platt und sitze die fast 1 1/2 Stunden nach Höör zunehmend müder ab.

Aber dann bin ich um 1/2 7 on the road und werde wieder munterer. Ein, zwei Leute fragen (die Skizze vom Ortsinneren liegt prima auf dem Büroschreibtisch) und dann trotte ich nach etwas querfeldein an einer Landstraße entlang, die den Skaneled praktisch durchschneidet. Und endlich! kann ich auf den Pfad abbiegen. Hm, wohin nun? Bis nach Bjevröd werde ich es diesen Abend eher nicht mehr schaffen, die zwei Stunden Aufenthalt in HH haben meinen Zeitplan durcheinander gebracht. Also irgendwo etwas suchen, aber erstmal dem Weg folgen. Noch sind die Markierungen gut zu erkennen, also los. Falls es möglich ist, dass ich sowas wie einen flow ;) entwickle, dann habe ich nun einen. Die Füßen laufen wie von allein, ich fühle mich richtig aufgedreht und gut und laufe, laufe, laufe. Ich wundere mich, dass es gar nicht so wirklich dunkel wird, bin ja doch mitten im Wald, obwohl, es ist dunkel genug, keine Wegzeichen mehr zu sehen. aber vielleicht bin ich ja gar nicht mehr auf dem Weg? Sogar sehr bestimmt nicht - egal, das kann ich nun nicht ändern. Also einen Platz suchen, was sich aber als nicht so einfach gestaltet. Außerdem im fast Stockdunklen ein fast neues Zelt aufzubauen (hab ich probeweise erst einmal gemacht in den letzten hektischen Tagen zuhause)

Zur Abwechslung mache ich ein Foto, was natürlich unscharf wird, aber so richtig scharf guck ich eh nicht mehr aus den Augen. :cool:

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Der Himmel sieht beeindruckend aus, ich stehe da und staune. Gleich ist Mitternacht und das ist ein spezielles Mitternachtsgeschenk. Es ist unscharf, bringt aber sofort die Stimmung zurück, deshalb bitte ich um Nachsehen ;)

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Langsam sollte ich mir doch einen Schlafplatz zulegen. Einen, wo ich einfach meine Matte ausrollen, den Kopf auf den Rucksack legen und mich mit meinem Poncho zudecken kann. gegen 1/2 1 (meine Schritte werden langsam unkoordiniert) breite ich meine Matte an einem Pfad zu einem Feld aus, aber so, dass niemand unbeabsichtigt über mich fahren kann ;) , komme zur Ruhe, allein das Liegen tut schon gut und ich schlafe auch etwas ein.

gegen 3.00 bin ich dann echt munter, bleibe aber noch liegen, es ist so friedlich hier an meinem Plätzchen. Nachdem ich einen großen Schluck Wasser getrunken habe, mache ich mich langsam wieder auf den Weg.

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um eine Provokation als solche zu erkennen bedarf es auch eines gewissen Scharfblicks.(Sternenstaub)

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Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Sa 25. Jun 2016, 23:17

Ich wandere langsam an einigen schlafenden Höfen vorbei und komme zu einer schmalen Straße. Meiner Meinung nach muss ich mehr nach rechts, was sich hinterher auch bewahrheitet (als ich später nach einigen mehr Anhaltspunkten auf der Karte nachschaue). Als ich aber einen wirklich schönen schmalen Weg mit einem Hinweis auf einen See erblicke, folge ich diesem, obwohl er in Richtung Osten geht, also in die falsche Richtung. Aber DORT wird es gleich einen wundervollen Sonnenaufgang am See geben, das merke ich und ich habe ja so viel Zeit heute, alle Zeit der Welt, weil ich beschlossen habe, heute nur nach Bjevröd zu wandern und dort erst einmal richtig auszuschlafen.

Ich komme an Wasser vorbei, aber seht selber

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so frei kann man hier atmen!

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Der Pfad teilt sich, ich gehe weiterhin nach links, hier ist offensichtlich jemand mit dem Rasenmäher unterwegs gewesen, aber ich entdecke kein Schild, dass dies hier ein privater Grund ist. Ein Fischereizeichen mit Pfeil weist weiter in Richtung See.

Dann schimmert es rot durch die Bäume, ich werde gleich am See ankommen.

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Ich gehe weiter und erschrecke etwas, weil plötzlich rechts ein großes Haus auftaucht. Doch Privatbesitz?

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Aber dann schaue ich hierhin und bleibe nur noch freudevoll stehen.

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ein weiterer Blick nach rechts - puh, das sieht ziemlich hoch herrschaftlich aus

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aber dann wandert mein Blick auf den wundervollen Morgensee

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Wie glücklich sich die Menschen schätzen können, denen dieser Blick immer wieder geschenkt wird. Ob sie den auch genießen/wert schätzen können? aber sicherlich denke ich mir, wie kann man von diesem Blick nicht berührt sein (vielleicht aus einem dieser hohen Fenster) ihn nicht als kostbares Geschenk sehen?

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Ich gehe leise an der nun rechts sich auftuenden Auffahrt vorbei, folge jetzt einem kleinen Sträßchen

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ein glücklicher Mensch, der dort wohnen darf...

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Ich komme zu einer Landstraße, hm, wo bin ich eigentlich?

ok, dort

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Meine Karte erzählt mir, dass ich genau an der Straße mich gerade befinde, von welcher der Skaneled irgendwo westlich geteilt wurde. Na, wie entzückend. Ich mache erstmal eine kleine Rast, ein paar Meter entfernt vom Straßenrand an einem schmalen Weg, um zu überlegen, wie es nun am besten weiter geht.

Das ist nicht schief fotografiert, das Hügelchen ist so!

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am Wegesrand

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Nach einer Rast auf einem dicken Stein habe ich fast keine Lust aufzustehen, aber anwachsen möchte ich hier auch nicht. Also los. Ich habe entschieden, dass ich die Straße in Richtung Höör gehe, aber nach wenigen Kilometern auf einen mittel breiten Waldweg biege, der letztlich schräg auf dem Skaneled landen müsste, zum Ausgangspunkt von gestern will ich mit Sicherheit nicht zurück!
An der Straße zu gehen ist öde, das lässt sich aber nicht ändern, so schaue ich immer mal hierhin und dorthin

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verliere aber dann die Lust am Fotografieren bis ich endlich den Weg erreiche.
Etwas flotter wandere ich nun immer strikt gerade aus und komme auch ganz gut voran. Und dann - oh Wunder erblicke ich wieder das Wanderwegzeichen, was mich doch arg beruhigt. :cool:

Ich erkenne sogar die Stelle, wo ich gestern im Dunklen falsch gegangen bin, also bin ich doch nicht ganz so blöd, wie befürchtet. ich berechne lieber nicht, wie viele Kilometer mein kleiner Umweg mich gekostet hat.

aber noch habe ich eine ziemliche Strecke zu laufen, aber ich wäre sicherlich recht früh an der Hütte in Bjevbröd gewesen, wenn mir nicht noch ein arger Schnitzer unterlaufen wäre, laut Karte ist es nun nicht mehr weit und ich suche aufmerksam nach Hinweisen zur Hütte. Aus dieser Richtung bin ich das letzte Mal nicht gekommen. Ähem ja, die orange Markierung war länger nicht zu sehen, der Weg ist durch Holzfällereien recht zerfahren, wo geht es nun weiter?
da sehe ich etwas oranges winken, also nicht wirklich, der Pfahl trägt zwar eine orange Spitze, bewegt sich aber nicht. :cool:
Da geht es also weiter... ich folge gutgläubig dem schmalen Pfad, dort hinten ist noch ein Markierungspfahl, dort noch einer, zwar unmarkiert aber....
Tja, dann sehe ich eine Mauer mitten im Wald, dort? Ich stehe an einer alten Feldsteinmauer, schaue mich um. Ähem, wo sind meine Markierungsstöcke geblieben und vor allem, wo bin ich ab geblieben. NEINNNN - und wo bin ich her gekommen. Ich verfluche mich lauthals, weil mir das gleiche Spielchen mit einem Holzeinschlagplatz bereits mal im Harz passiert ist, müsste ich nicht langsam schlauer werden? alt genug dafür bin ich doch langsam.
Jetzt ganz ruhig, keine Panik, den Abhang will ich mit Sicherheit nicht runter, auf die Mauer bin ich jedenfalls gerade erst gestoßen, der Weg von welchem ich gekommen bin, muss etwa dort sein? Ganz langsam gehe ich in die richtige ? Richtung und atme erleichtert auf, als ich nach einigen Minuten einen der Markierungspfähle sehe. Wenn ich richtig bin, muss ich eigentlich den nächsten auch gleich sehen. So erobere ich mir Stück für Stück meine Ruhe zurück und atme tief auf, als ich wieder an dem ****Blenderpfahl ankomme. Am liebsten möchte ich ihn ausrupfen, aber das traue ich mich dann doch nicht.
Ich bin laut meiner Uhr da eine Stunde etwa herum gelaufen, erst hinein und dann glücklicherweise auch wieder raus.
Ich folge dem ersten Weg und beschimpfe mich wegen meiner Blödheit, aber dann sehe ich ein eindeutiges Hinweisschild zur Hütte, juchu, gleich bin ich da. Ich lasse meinen Rucksack erleichtert auf den Hüttenboden plumpsen und setze mich erstmal hin. Ausruhen, Wasser trinken, Müsliriegel essen, was für ein Luxus!!!!!

Ist das nicht ein schöner Blick?

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Es ist irgendwas nach 11.00 und ich beschließe hier heute sicherlich nicht mehr weg zu gehen. ausruhen, etwas kochen, schlafen, die beiden letzte Nächte waren doch recht arg kurz.

meine Hütte von der Richtung aus der ich gekommen bin

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Wenn ich Glück habe kommt heute niemand mehr, so lasse ich mich endgültig häuslich nieder.

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gegen 1/ 2 12 gehe ich zum Wasserhahn, zur Toilette und weiter zum Teich, ein paar Schritte ohne Gepäck zu gehen ist auch mal fein.

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am Fischteich

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Es ist eine schöne Anlage, ein Anglerverein hat hier sein Domizil und die Teiche sind in der Umgebung sehr bekannt.

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die Hütte vom Teich aus

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Nach Wasser holen und ein wenig spazieren, bekomme ich doch langsam Hunger und ich entfache ein kleines Feuer in der dafür vorgesehenen Feuerstelle. Mit dem neuen Gaskocher müsste ich mich erst einmal beschäftigen, wer weiß, ob das mein Kopf jetzt packt. aber so ein Feuerchen ist ja etwas feines.

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Es gibt leckere Tomatensuppe, nachdem das Wasser gekocht hat und ich esse sie direkt aus dem Topf.
Und für einen Pott Kaffee war auch noch genug heißes Wasser da. Lecker - beides!

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Ein Bauer kommt vorbei, der mir erzählt, dass er nun die Wege hier freischneidet und entschuldigt sich für den Lärm. Wir plauschen etwas, seine schwarzweiße Katze ist ihm gefolgt und lässt sich von mir kraulen. Als er das Höllengerät anschmeißt, flüchtet sie sofort, ich hingegen ertrage es, so gut ich kann. :cool:

Gegen 16.00 herrscht dann himmlische Ruhe und ich lege mich einfach in den Schlafsack und schlafe eine Runde, danach lese ich noch ein Weilchen und verziehe mich nach dem Toilettengang wieder auf die Matte und schlafe bis in den frühen Morgen.
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Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Mi 29. Jun 2016, 20:54

ein Stückchen geht es weiter, aber nur einen Teil des nächsten Tages, zu mehr bin ich bisher noch nicht gekommen.


Nachdem ich alles wichtige erledigt habe, Rucksack überwiegend gepackt, Wasser aufgefüllt, am Wasserhahn etwas gewaschen, frühstücke ich.

Müsli mit etwas Kaffemischpulver (da is bereits Milch&Zucker drinnen) in kaltem Wasser verrührt, schmeckt mitsamt dazu gegessenem gedörrtem Obst echt lecker, was mich erstaunt.

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Eigentlich könnte ich langsam los gehen...

Es dauert aber doch noch bis kurz vor 9.00, bis ich endlich los komme. Habe noch für eventuelle Nachfolger den Wasserkanister befüllt, mich hatte ja auch erfreut, dass der gefüllt gestern an der Hütte stand, als ich ankam. Noch einmal das Toilettenhäuschen besucht, zum Teich geschaut. Und dann bye gesagt.
Hier geht es lang, die Markierung ist eindeutig ;)

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ich bin erst ein paar Schritte unterwegs, als ich auf diesen Raben stoße. Lange kann er noch nicht so liegen, gestern zB war er noch nicht dort und es machen sich auch keine Insekten an ihm zu schaffen.

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Zuerst glaube ich, dass er eher zufällig auf dem Ast liegt, aber als ich genauer hin schaue, erkenne ich, dass dieser spitze Ast tatsächlich quer durch den Körper geht.

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Ob er bei einem schnellen Angriff auf eine Beute mit Wucht sich selber in diesen Ast gebohrt hat? Es packt mich Neugierde und ich gehe noch näher heran. Tot ist er offensichtlich.

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Plötzlich erscheint mir das Eindringen in seinen normalen Fluchtbereich als pietätlos (auch wenn so mancher darüber schmunzeln mag, weil tot tot ist), armes Viecherl und etwas bedrückt gehe ich weiter.

Dann kommt ein neues Zeichen, es geht nun eine Treppe hinunter auf einen Bohlensteg durch Moor und Wasser.

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Erstaunlich wenige Insekten sind unterwegs, das macht den Weg sehr angenehm. Überall sieht und hört man Wasser.

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Ein großer Krebs wurde hier fein säuberlich verspeist, leider kann ich kein Foto des Gourmet beisteuern.

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ich fühle mich hier ausnehmend wohl und würde gern alle abzweigende Stege erkunden, aber ich folge doch vorsichtigerweise dem Skaneledzeichen. Ich liebe dieses Geräusch von Wasser.

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hier wäre der Weg sogar noch kinderwagentauglich, das hört später aber dann auf.

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Wenn mich das nicht täuscht, ist dies eine Küchenschelle, von diesen filigranen Blümchen habe ich leider nicht viele gesehen.

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Ich fühle mich sehr glücklich, hier zu wandern, aber andererseits auch ungewohnt "schwer gängig".

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hier wird es dann doch ein wenig ursprünglicher ;-)

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Hier verlässt der Skaneled dieses so interessante Gebiet und wechselt in den leicht hügeligen Wald. Als ich ankomme, schaue ich erstmals wieder auf die Uhr und bin total erstaunt, wie früh es noch ist. Diese Wanderung über die Stege erschien mir wie eine kleine Ewigkeit, wie eine wohltuende und zeitlose Ewigkeit.

aber ich will ja heute noch hinter Hörby gelangen und an den Rstrand.

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Schweizer

Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Schweizer » Sa 20. Aug 2016, 20:36

Lohnt sich die für mich weite Anreise? Was ist
ein Rstrand? Neugierige Grüsse!

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Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » So 21. Aug 2016, 21:21

Hallo Schweizer,
mir hat es auf dem Teil des Skaneled, den ich ein bisserl gewandert bin, gut gefallen. Es gibt zwar Leute, die behaupten, Südschweden wäre langweilig, das finde ich aber nicht. ;-) - und irgendwann wird es mit dem Bericht auch weitergehen, fehlt ja noch etwas.

öhm ein Rstrand ist eine etwas willkürliche Abkürzung für Ringsjönstrand, der Name fiel mir beim Schreiben spontan nicht ein, ich habe manchmal Schwierigkeiten mit schwedischen Ortsbezeichnungen. :cool:
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Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Do 1. Sep 2016, 13:03

Elch? Reh? vermutlich doch eher Reh.

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hier bleibe ich einige Minuten wie verzaubert stehen.
Hier zu wohnen.....

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und dann verliere ich den Skaneled, so ein Mist aber auch.
Mehrere Wege, irgendein "geheimes Grundstück" mit seltsamen Antennen und Fotografierverboten, das schaut alles recht neu aus. Wo bin ich?

Hier sind entschieden zu viele Wege, die alle auf das Grundstück zulaufen, für Wandderwege aber alle eindeutig zu breit. Diese Richtungsanzeigen bringen mich auch nicht weiter, auf meiner Karte kann ich sie nicht finden.

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Dann entdecke ich ein Stück weiter dieses Zeichen.

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Habe ich nicht irgendwo gelesen, dass der Skaneled manchmal auch anders markiert ist, rosa oder so? Das würde ja passen. Also folge ich dem Weg, der kurz darauf auch schmaler wird und an einer Straße mündet, die ich überquere. so falsch scheint es nicht zu sein. auf der anderen Seite ist ein Wanderparkplatz, ich bin beim Fulltoftagebiet gelandet, wo ich ja auch hin wollte.

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Ich mache mich auf zum Infozentrum des Gebietes und komme an diese netten Bewohnern vorbei.

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http://de.skaneleden.se/der-weg/rundwan ... fulltofta/

Langsam habe ich doch Hunger bekommen und so mache ich eine Rast und esse köstliche Sandwichs und trinke Kaffee.

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Das beste, was ich seit Tagen gegessen habe. ;)

Ich entdecke die Hinweispfeile und bin mit meinem Verlaufen wieder ausgesöhnt, ab hier müsste es ja ein Heimspiel sein.

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Ich wandere noch ein wenig in diesem bäuerlichen Gebiet herum, nachdem ich aber das dritte Mal an der Viehkoppel vorbei komme, entschließe ich aber doch, mit dem Weiterwandern ernst zu machen.

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Ab und an kommen ich an Überresten von Häusern und Einfriedungen vorbei

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und gelange dann an die Autobahnstrecke nach Hörby, leider muss ich lange an der Bahn entlang wandern, auch der Wegweiser geht in dieser Richtung, zu queren ist nicht möglich. Endlich erreiche ich H, halte mich aber nicht lange dort auf, am Ringsjön soll sich eine Übernachtungshütte befinden, die aber sehr schwer zu finden sein soll. Mal schauen, ob ich Glück habe. Das ist jetzt echt eine doofe Latscherei, mehrere Kilometer an der Straße entlang. Ich erreiche Ringsjönstrand, wo ein Campingplatz ist, aber auch die bewusste Hütte sein soll, nur, ich finde sie leider nicht. Also ok, es wird bestimmt auch nett sein, am Morgen zu duschen, dann stelle ich mein Zelt eben hier auf. Das ist ein lauter und überfüllter Platz, Ewigkeiten warte ich an der Rezeption, bis ich dran bin. Nunja.

Ich baue mein Zelt auf, mache mir noch einen Kaffee und setze mich an den See. Dieser Ausblick versöhnt mich etwas...

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Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Di 6. Sep 2016, 23:39

Am nächsten Morgen wache ich mit guter Laune auf. Das Zelt steht zwar nicht gerade wie es vermutlich sollte, aber dafür, dass ich es aus Zeitgründen vorher nicht richtig aufgebaut konnte, haben es und ich uns wacker geschlagen. Das Wetter ist durchwachsen, nach einer Tasse Kaffee packe ich alles zusammen und mache mich wieder auf den Weg. Ich versuche noch die Hütte zu finden, das gelingt mir aber nicht. Später erfahre ich, dass sie irgendwo am Ende des Campingplatzes, fast noch zwischen den diversen Bungalows liegen soll. Der Skaneled führt nun über einen alten Bahndamm, der leider still gelegt ist am Ufer des Ringsjön entlang.
Es ist diesig und bewölkt, aber trotzdem schwül.

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Techtelmechtel auf schneckisch

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Es stehen ein paar schöne, teils gar prächtige Häuser am See, die Gegend sieht recht nobel aus. Also vermutlich nicht ganz meine Preisklasse.

Dann gelange ich an eine schöne kleine Bucht, an der ich eine kleine Pause einlege.

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hier ist viel Privatbesitz, aber irgendwie ist das ja auch verständlich, wer mag schon immer dumme Touris herum laufen haben.

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bäuerliches Land

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Bildubige/]Kathi Bellinger[/url], auf Flickr

Es wird immer dunkler, außerdem frischt es enorm auf. Der Regen kann nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

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ich kann gerade noch am Parkplatz ein Foto machen,

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da beginnt es erst zu nieseln und als ich zur Landstraße komme, die ich irgendwo queren muss innerhalb weniger Minuten an zu schütten.

hm, wenn ich die Karte am Parkplatz richtig gelesen habe, darf ich keinesfalls nach rechts gehen, sondern muss ein kleines Stückchen der Straße nach links folgen, um dann nach rechts auf einen schmalen Weg abzubiegen, der mich dann zum Skaneled führt. Nur gibt es hier etliche kleine Sandpfade bzw Zufahrten zu Häusern. Auf der linken Straßenseite ist ein großes Haus, eine Pferdefarm wie es aussieht, vielleicht kann ich ja dort einen Hinweis erhalten. Tja, nur leider ist niemand da. Es pisst inzwischen richtig und an der langen Straße nach Hörby zurück zu laufen ist nun wirklich nicht mein Wunsch, also gehe ich langsam in einen Weg hinein, an welchem drei Häuser liegen. Ich klingle am ersten Haus rechts, auch dort scheint keiner zuhause zu sein, obwohl ein Auto vor der Türe steht. Ob ich noch woanders schellen oder klopfen soll. Unschlüssig schaue ich zur Straße zurück, da sehe ich einen alten Mann in Regensachen langsam heran kommen. Erstaunt fragt er mich, wo ich denn hin möchte, erst in Schwedisch, dann in Englisch. Ich erkläre, dass ich den Zugang zum Skaneled suche, er lächelt und fragt, ob mir der etwa abhanden gekommen sei. er schaut mal, ob er eine Karte findet. Da er offensichtlich in diesem Haus wohnt, vor dem ich gerade den Eingang versperre, gehe ich von meinem Plätzchen unter dem Vordach weg. Er überlegt und bittet mich in den direkt hinter dem Eingang liegenden Wintergarten. Wieder überlegt er und fragt, ob ich einen Kaffee haben möchte, er werde sich jetzt auch einen machen. Und den Poncho könne ich so lange dort hin hängen, er weist auf einen Nagel. Nachdem er sich aus seinen Regenmantel gepellt hat, geht er in die direkt hinter dem kleinen Wintergarten liegende Küche, es ist mehr eine überdachte Terrasse, setzt Wasser auf, danach stellt er zwei Tassen und ein Glas Pulverkaffee auf den Tisch. Als das Wasser kocht und er es holt, schaue ich mich ein wenig um. Es wirkt alles ein wenig verwahrlost, offensichtlich wohnt er hier allein. Es hängen mehrere offensichtlich von einem Kind gebastelten Untersetzer/Bilder herum und ich frage ihn, ob er ein Granddad wäre. Er lacht und antwortet, das habe der Sohn seiner Tochter vor Jahren gebastelt. Dann schaut er sich um, seine Tochter würde manchmal ein bisschen mit ihm schimpfen, dass es immer so unordentlich sei, nachdem seine Frau gestorben wäre. Ich schätze ihn auf Mitte/Ende 70. Sein Englisch sei ziemlich eingerostet. Er fragt wo ich denn genau hin wolle und ich erkläre, dass ich diese Nacht eigentlich in Rövarekulan verbringen wolle, da sei eine Hüte des Skaneled. Mal schauen, was ich finden würde. Ich bedanke mich für den Kaffee und will schon aufstehen, da sagt er, nein, nein, ich solle mal warten. hm?
Er bringt das Geschirr weg, schließt die Küchentür ab. Dann nimmt er ein altes Sakko von einem Nagel, er fahre mich in den nächsten größeren Ort, da wisse man bestimmt, wo der Zugang zum Skaneled wäre und in einem anderen Ort in der Nähe wäre ein kleines Hotel. Er könne mich doch bei dem schlechten Wetter nicht nach draußen schicken. oh, ok, ich nehme meinen Rucksack und meinen Poncho, es wird alles in den Kofferraum gepackt und ich denke mir: weia, hoffentlich geht das gut.
Die Scheibenwischer packen fast die Regenfluten nicht, für meinen Geschmack fährt er ein bisschen zu sportlich, er grinst und sagt, er fahre noch ganz gut und immer vorsichtig. Na dann. Ich muss auch lachen und antworte, dass wandern halt eine ganz andere Geschwindigkeit wäre. wir fahren nach Rolsberga, weil er da jemanden kennt, den er fragen kann, der ginge aber nie ansd Telefon. Da dieser Mensch nicht daheim ist, grübelt er kurz, er habe eine andere Idee. Wir fahren nach längerer Zeit in ein Waldstück und ich ahne es schon, er bringt mich direkt nach Rövarekulan. Wir steigen aus, es ist ganz schön dunkel dort und versuchen den Wanderplan zu verstehen, er brummt, da stünde nichts von einer Hütte, hier würde er mich mit Sicherheit nicht absetzen, ich solle wieder einsteigen. Es gießt ununterbrochen weiter, da kommt ihm eine Erleuchtung, wir führen jetzt nach Loberöd, da gäbe es ja dieses eine Hotel. Also los.
Wir fahren also wieder zur Straße und kurven weiter durch die Gegend. Muss ich noch tatsächlich erzählen, dass das Hotel in Loberöd geschlossen ist, es wird gerade renoviert. Na megaklasse. Wir gucken uns an und beginnen zu lachen. Ich sage, ne,ne, er solle mich einfach hier heraus lassen, ich fände schon weiter, er schüttelt den Kopf, grübelt und nennt mir einige Ortsnamen, bei Harlösa werde ich munter und frage ob das weit ist. Auf seine Frage wieso, erkläre ich ihm, dass ich von dort prima zum Krankesjön laufen könne, den würde ich recht gut kennen. Aber es sei gar kein Problem für mich, von hier aus zu laufen und ich wolle nicht, dass er bei diesem Mistwetter so lange fahren würde. Er schüttelt nur den Kopf und erzählt mir gut gelaunt, den Krankesjön kenne er sehr gut, von da fände sein Auto den Weg auch allein nach hause. Ich denke, wie prima, dann laufe ich nachher noch die paar Kilometer zum See und bin an einer meiner Lieblingshütten in Schweden. aber Pustekuchen, in Harlösa fährt er einfach weiter und lächelt verschmitzt, als ich mecker, dass er nicht anhält. Die paar Meter werde er jetzt auch noch fahren, übrigens werde gleich seine Tochter daheim anrufen, aber die könnte das ja später noch einmal. Ne, sage ich, es wäre wohl besser, wenn er dann anrufe, nicht, dass sie sich Sorgen machen würde. Er würde ihr erzählen, er habe eine geheimnisvolle Frau auf eine Spritztour eingeladen, sie erzähle doch immer, er solle nicht nur im Haus hocken. Wir müssen beide lachen und kurz darauf biegt er auf den mir wohl bekannten Parkplatz am Krankesjön. Wir steigen beide aus, er wirkt einen Moment lang verlegen. Ich bedanke mich herzlich bei ihm und umarme ihn leicht, worüber er sich zu freuen scheint, er wünscht mir noch sehr viel Spaß und Freude. Zum Abschied bitte ich ihn, aber wirklich vorsichtig zu fahren, weil es immer noch plästert, er schüttelt nur leicht den Kopf, das würde er doch immer. Er gibt mir noch einmal die Hand und lächelt, als ich sage, dass er mit Sicherheit einer der nettesten Menschen wäre, die ich in Schweden bisher getroffen hätte. Dann steigt er ein, dreht das Fenster noch einmal herunter, das sei wirklich ein feiner Nachmittag gewesen, hupt noch einmal und ist weg.

Und ich gehe hinüber zur Hütte, aber dazu später mehr.
um eine Provokation als solche zu erkennen bedarf es auch eines gewissen Scharfblicks.(Sternenstaub)

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Re: Kurzreise nach, in Skane - und wieder zurück

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Di 6. Sep 2016, 23:42

o gegen 16.00 Uhr bin ich an der Hütte angekommen, ich werfe meinen Rucksack in die Hütte, setze mich auf den Bohlenrand und freue mich, dass ich so klein bin, dass ich die Beine baumeln lassen kann.

Die hütteneigene ;) Sitzecke verführt mich aber nicht, micxh dorthin zu setzen, ich schaue lieber von meinem ureigensten Hüttenplatz durch die Gegend.

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Die Pumpe sieht zwar malerisch aus, das Wasser, welches hier heraus kommt, sieht aber nicht so prickelnd aus. glücklicherweise habe ich noch genug Wasser bei mir.

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Diese Schneckenschönheit leistet mir beim Nichtstun Gesellschaft.

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Da der Regen nachgelassen hat, gehe ich doch den Bohlenpfad zum See hinunter, mal schauen, ob der See noch da ist und Wasservögel zu erspähen sind.

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die linke ist "meine" Übernachtungshütte, die rechte eine einfache Grillhütte.

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Wie ich es ja bereits kenne, wandern im Laufe des Nachmittages/Abend seltsame Gestalten offen und verdeckt durchs Unterholz, mit riesigen Teleskopen und Kameras&Stativen bewaffnet, teilweise recht seltsam gewandet. :cool:
Zweimal brechen Gruppen aus dem Gebüsch, 10-15 Leute jeweils, die mich sehr erstaunt beobachten: wer oder was ist das? Offensichtlich ein Mensch, hat aber keine Vogelbeobachtungsutensilien bei sich und sitzt nur etwas infantil lächelnd und schaut Löcher in die Luft. Misstrauische Blicke treffen auf amüsierte.
dann erreicht eine dritte Gruppe den kleinen Hüttenplatz, sie setzen sich auf "meine" Sitzgruppe, holen ihre Thermoskannen heraus und jeweils ein Stullenpaket, gönnen mir aber nicht einen Blick. Laut debattieren sie - wie ich vermute über Vogelbeobachtungen, ich komme mir vor, als ob ich ein Theaterstück in einer mir nicht vertrauten Sprache lausche. Aber die Mimiken sind schon aussagekräftig genug. :cool:
Als die ersten wieder im Aufbruch sind, kommt eine hagere Frau energisch auf mich zu, was ich hier mache und ob ich hier übernachten würde. als ich JA sage, lächelt sie plötzlich sehr freundlich und wechselt vom englischen ins deutsche. Ob es mir hier gefalle. aber ja doch antworte ich, das wäre einer meiner Lieblingsplätze hier in Schweden. Sie grinst: trotz der vielen Vogelkundler?.
Bevor ich antworten kann, lacht sie laut, nachts wäre es ja vermutlich ruhiger und sie wünsche mir viel Spaß noch. öh. hm. Sie folgt den anderen und ich denke mir: es gibt schon komische Leute. aber ok, so ganz normal bin ich ja auch nicht.

So gegen 22.00 schlafe ich ein, ob noch jemand an meiner Hütte vorbei kommt oder erstaunt schaut, weil da ein Mensch schläft, bekomme ich nicht mehr mit, es interessiert mich auch maximal peripher, nachts werde ich kurz wach, lausche auf die stille und versinke wieder in Schlaf.

Am frühen Morgen beobachte ich den Nebel, der so nach und nach den Sonnenstrahlen weicht. Es scheint ein schöner Tag zu werden.

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Nahkampfspiele

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Ich gehe ein paar Schritte, mache mich etwas frisch
das alles gehört heute morgen mir

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aber nun ein Kaffee

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Schneckenreise an der Feuerstelle

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Zwischenschnecke

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madame ist weiter gewandert - wie unterscheidet man eigentlich die Geschlechter bei Schnecken? Achja, es gibt ja keine eindeutigen.

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viele Steine mit einer einzigen Schnecke - ihr merkt, Schneckenviecher faszinieren mich seit neuestem.

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Ein armes kleines Lurchi, welches ich tot vor der Toilettentür fand.

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Sogar im Tod ist es noch schön.

Ich schaue nach den Wegzeichen

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und sehe plötzlich, wie ein kleinerer Vogel einen Raubvogel attackiert, wie gebannt von dem Mut schaue ich zu, der Große zieht eindeutig den kürzeren und flieht.

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Nicht mehr lange und ich werde wieder aufbrechen.
um eine Provokation als solche zu erkennen bedarf es auch eines gewissen Scharfblicks.(Sternenstaub)

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