ein bisschen Irland

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Sternenstaub
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ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Fr 22. Sep 2017, 21:37

Wegen Unruhen im Freundeskreis finde ich nach meiner Irlandreise nicht in meine Tour zurück. Diese Verwerfungen machen mich unruhig und verursachen eine Art Schreibblockade bis ich beschließe:
Ich werde morgen einfach beginnen zu schreiben, ich muss da wieder hinein finden in mein Schreiben.
Und nun ist morgen und deswegen beginne ich jetzt.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass viele Menschen ein gänzlich anderes Gefühl von Freiheit haben als ich - da ist man im draußen, schlimm, der Regen macht einen nass, widerliche Insekten umschwirren einen, Schafsscheiße liegt auf den Wegen, die unter den Füßen quietschen vor lauter Nässe, die Modderpampe quillt in die Wanderstiefel und der Rucksack bricht einem förmlich den Rücken, einfach grauenvoll ...
und ich denke - Ireland at its best!

Nachdem meine Nichte mich am Flughafen Düsseldorf rausgeworfen hat, die Ärmste fährt nun zu einer Klausur, wandere ich über den spektakulären Düsseldorfer Flughafen, finde mein Eincheckgate, entlasse den Rucksack auf das Transportband und wandere entspannt zum Abfluggate. Wird Zeit, dass es los geht. Ich bin des ganzen alltäglichen Einerleis so müde, wird Zeit, dass ich fort komme.
Und es geht los, Cork ist bald erreicht, nun muss ich noch den Bus in die Parnell Street erwischen, alles klar, kein Problem. Ich bin erstaunt, wie gut ich mich nach all der Zeit noch orientieren kann. Fast automatisch laufen meine Schritte in die richtige Richtung, zweimal kurz überlegen und ich bin am B ohne Breakfast.

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Es ist noch relativ früh, so gehe ich in die Stadt, die ich so lange nicht mehr besucht habe.


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Der Busbahnhof, von wo ich morgen nach Glengarriff fahren werde

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Ich bin erstaunt, dass an einem normalen Wochentag die Geschäfte schon so früh schließen, laut den Tafeln an den Geschäften überwiegend bereits um 18.00 Uhr

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Wie gut, dass ich im letzten Moment den kleinen Kocher daheim gelassen habe, eine Kartusche kann ich heute eh nicht mehr erwerben und morgen fahre ich zu früh los für Einkäufe.
Ich treffe auf Altbekanntes und wandere etwas beziehungslos durch die Straßen, fühle mich aber allmählich wohler als zu Beginn.

Dunnes Store (darüber gibt es sogar einen song) fehlt natürlich in keiner irischen Stadt

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Pubs gibt es en masse, aber mich lockt heute nichts hinein

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Ich kaufe mir etwas undefinierbares zum Abendbrot, Fast food halt und gehe durch den Abend zurück.

Auf der Brücke über den River Lee

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schaue ich hin zum Hafen, dort in der Nähe landen ein Stück weiter auch die Fähren von Swansea

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Nach dem Überqueren der Brücke sehe ich im Eingangsbereich eines kleinen geschlossenen Geschäftes einen alten Mann, der offensichtlich mit seiner Krücke Probleme hat und versucht auf zu stehen. Ich denke zuerst, er ist gefallen und eile zu ihm, um ihm hoch zu helfen. Es scheint aber sein Ruheplatz zu sein, von dem er es nun nicht schafft hoch zu kommen. Er bedankt sich - ganz Gentleman, als ich ihm helfe und noch seine Dose Bier aufhebe und reiche. Formvollend lüftet er seinen speckigen Hut und lächelt ein reichlich zahnloses Lächeln.
ich verbiete mir, Mitleid mit ihm zu haben, was weiß ich schließlich über ihn, das ist in meinen Augen auch eine Form von Respektlosigkeit und schenke ihm ein freundliches Lächeln und ebensolche Worte, worauf er noch einmal seinen Hut lüftet und langsam die Straße hinunter geht.

Ich gehe weiter und komme in Fotografierlaune (aber keine Bange, ihr bekommt nur einen Bruchteil zu sehen ;) )

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Dann erreiche ich die Pension, koche mir noch einen Tee und falle in tiefen Schlaf.

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Morgen geht es wirklich los.
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Sternenstaub
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Sa 23. Sep 2017, 00:31

Eigentlich hatte ich ja geplant, ab Dursey Head den europäischen Fernwanderweg E 8 zu wandern, möglichst weit in Richtung Dublin, aber wie es scheinbar für mich Normalität ist, kam dann doch etliches anders.
Nach Dursey Head kommt man mit keinem Bus, deshalb hatte ich die geniale Idee, einfach ab Glengarriff den Beara Way zu gehen, von dort ist es nicht weit bis Dursey Island und von dort über Allehies nach Kenmare und Killarney. Das war an sich auch ein guter Plan, nur kam einiges dazwischen. zB, dass ich als Hundeoma eine Woche mich zur Verfügung stellte, damit meine Tochter, welche völlig überraschend Urlaub genehmigt bekam (das ist jetzt wirklich keine Ironie, sie und ihr Schatz bekamen wider eigenes Erwarten zur selben Zeit und sehr kurzfristig Urlaub, den ich ihnen herzlich gönnte), was die Zeit schon einmal reduzierte. Konnte ich es in dem Zeitraum bis Killarney schaffen? Ja, natürlich schaffe ich das, dachte ich mehr oder minder euphorisch. okok, das wurde dann auch wahr, aber doch anders als geplant.
Und soll ich euch etwas sagen, das macht mir letztlich gar nichts, meine Art des Unterwegs sein ist halt anders als bei so manch anderem. cool
Die anderen Realitätsanpassungen ;-) wurden durch das Wetter hervorgerufen und nette Menschen, die mich ab und an irgendwo im mehr oder minder Nichts bei Sauwetter auflasen...
Wie ihr lest, bin ich mit mir und meiner Reise im reinen. cool vor allem, weil sie mein positives Vorurteil über Irland bestätigte - es gibt ab und an ein Problem, aber immer eine Lösung.

aber weiter im Text - der zweite Tag meiner Reise

Um 08.30 fährt der Bus von Cork über Bantry nach Glengarriff, ich habe mir das Handy als Wecker gestellt und nach einer Tasse Tee (ich vermisse nicht einmal ein Frühstück) stiefele ich los zum Busbahnhof, den ich mehr als rechtzeitig erreiche, der Weg ist nicht weit.
Zuerst herrscht etwas Chaos, zu viele Busreisende finden ihr jeweiliges Abfahrtgate nicht sofort, was mich auch erst etwas verunsichert, aber dann löst sich alles in friedliches Nichts auf und ich stehe mit einem jungen Mann um die 30, der mich nach dem richtigen Bus fragt, tatsächlich am richtigen Einstieg. Er erzählt mir, dass er nach Bantry zu einem Bewerbungsgespräch fährt und fragt mich, wohin ich mit dem Rucksack möchte. So plauschen wir etwas, er gegen seine Nervosität und ich in Urlaubsstimmung und steigen dann ein.
In Bantry winkt er noch freundlich und wünscht mir eine wundervolle Tour und ich ihm viel Erfolg, für mich geht es weiter nach Glengarriff.

Die Fahrt von Cork nach G dauert ca 2 1/4 Stunden, pünktlich rollen wir ein und ich steige an der Pharmacie aus. In etwa weiß ich, wo es vermutlich los geht, schließlich war ich schon 2-3 mal in G, aber erst gehe ich in den supermarket, der auch immer noch an der selben Stelle ist.

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Ich lasse mir ein leckeres Sandwich machen (so langsam bekomme ich Hunger) und kaufe noch Wasser, Kekse und einen Apfel hinzu.

ja, G hat sich nicht wirklich verändert

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Blick ins Bergland, dahin werde ich gleich wandern

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Ich quere die Brücke über den verträumten Fluss

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an dessen Ufer ich erstmals die wundervollen orangenen Blüten sehe, fragt mich nicht, wie diese Wasserpflanze heißt, ich weiß es leider nicht, sie wird mich auf jeden Fall sehr lange begleiten.

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und hier geht es nach rechts - auf gehts

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Frohgemut mache ich mich auf den Weg, es macht Spaß zu gehen, der Rucksack ist überhaupt nicht schwer, aber bald muss ich stehen bleiben, weil ich etwas erstaunliches sehe

Sind das Gemsen (jaja, ich weiß, die schreiben sich heute anders)???

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Wie ich später recherchiere, sind das wie vermutet Ziegen und zwar wilde Ziegen, ich wusste vorher nicht einmal, dass solche Viecherl in Irland leben. Echt spannend.
etwas zu naschen am Wegesrand...

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Weiter geht es, es ist nun ein lookout angezeigt, nämlich der von Lady Bantry, da muss ich natürlich hoch.

eine kleine Rast ist ja auch ganz nett und der Blick vom lookout ebenfalls, auch wenn es etwas diesig ist.

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morgen oder besser heute geht es weiter - wenn ihr wollt. :cool:
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Sternenstaub
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Sa 23. Sep 2017, 12:41

Die Pause auf dem lookout hat mir gefallen, aber jetzt zieht es mich doch weiter, habe ja immerhin noch ein Stück weit zu laufen. Mein Tagesziel heute ist es nach Adrigole zu kommen oder zumindest ein gutes Stück bis dorthin. Mal schauen, wo ich tatsächlich lande.

Dieses Sträßchen, dem ich folge, ist gut zu laufen, es geht immer wieder auf und ab, eigentlich läuft es sich wie von selbst. Es gibt jede Menge Dinge zu schauen, jeglicher Gedanke an speed geben erlischt. Ich bin eh kein besonders ehrgeiziger Mensch und die Planung besteht letztlich darin, irgendwann anzukommen und ansonsten unterwegs zu sein.

Es ist verhangen und grau, ab und an tröpfelt es, aber mein Regencape bleibt eingepackt, so schlimm ist es wirklich nicht.
Der Beara Way macht einen Abstecher zum Fluss, dem ich aber nicht folge, es gefällt mir gerade gut auf dem Sträßchen.

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links von mir liegt eine wirklich wunderschöne Wiese, leider gibt es das Foto nicht so wirklich wieder, das Gras sieht so weich und sanft aus, dass ich Lust bekomme, mich dort einfach hin zu legen. Ich bewundere sie einige Minuten lang und denke: gut, dass der Weg etwas verbarrikadiert ist, dann ist die Versuchung nicht zu groß. ;-)

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der boreen wird immer schmaler und die umgebenden Berge kahler, wo werde ich da lang gehen? ich weiß, dass irgendwann ein Pfad kommt, der nach links in die Berge führt.

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hier fisselt es mal gerade nicht

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Der Weg teilt sich, rechts runter geht es zu einer Farm, da in der Nähe soll auch ein kleiner Campingplatz sein, wo dann der Weg endet.

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ich aber muss noch links, wenn ich den Zugang zum Bergpfad finden möchte. Viel weiter geht der boreen auch links nicht irgendwann ist dann Ende.

ein nicht mehr wirkliches fahrbereites landwirtschaftliches Gerät, aber spannend im Auflösungsprozess

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dort endet irgendwo die Welt und ich stelle mir einen Moment vor, für einige Zeit dort zu wohnen, ich mag ja einsame Ecken

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und er wohnt hier

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nun endet die befahrbare Welt auch auf dieser Seite des Tales

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Da es gerade immer dusterer wird, wenn auch irgendwo ein Stück Helligkeit zu erahnen ist, mache ich erst einmal eine kleine Rast am Fuß des style, außerdem bin ich etwas platt, passt also. Ich trinke einen Schluck Wasser und träume vor mich hin, als zwei Männer so Ende der 50 ankommen, die ein Stück in die Berge gehen wollen, zu einem lookout, wie der eine lächelnd erklärt, während seiner Freund langsam vor geht. Dann mustert er mich, guckt auf meine Stiefel, als er meinen fragenden Blick sieht, erklärt er, offensichtlich käme ich nicht aus den Bergen, dann wären Stiefel und Beine mehr als mit Schlamm bedeckt.
Dann zögert er, ob er mir einen Rat geben dürfe? Natürlich ja, antworte ich erstaunt. Er käme ursprünglich hier aus der Gegend und würde sich gut auskennen, mit seinem Freund aus der Stadt ginge er jetzt auch nur ein kurzes Stückchen bis zu einem bestimmten Blick. Und fährt fort, dass es in den letzten Wochen, ach eigentlich Monaten sogar für Irland viel geregnet hätte und mit Gepäck würde er jetzt sicherlich nicht auf die andere Seite wandern. Er würde mich bitten, jetzt nicht diesen Weg zu gehen, erstens wären manche Teilstücke sehr schlecht passierbar, zweitens sei ich alleine und mit schwerem Gepäck. Eine Funkabdeckung gäbe es in den Bergen so gut wie nirgendwo. Irgendwann käme ich doch sicherlich mal wieder nach Irland und bei vorher trockenem Wetter wäre der Weg für mich sicherlich durchaus zu begehen.
Sein Freund winkt schon ungeduldig und er schüttelt den Kopf : typisch Städter, die hätten meist keine Geduld.
Ich danke ihm recht herzlich und erkläre, dass man doch dumm sein müsse, den Rat eines Ortskundigen nicht anzunehmen und mich meine Kinder sicherlich in einem Stück wieder zurück haben wollten. Er ist sichtlich erleichtert, dass ich seinem Rat folge. Während er nun seinem ungeduldigen Freund folgt und ich meinen Rucksack schultere, dreht er sich noch einmal und winkt mir zu.

Und nun?
Wenn es heute zu rutschig und zu gefährlich ist, wird das morgen auch nicht anders sein. Es macht also keinen Sinn zu dem Campingplatz zu wandern, ich muss also die ganze Strecke bis zur Straße in Glengarrif zurück gehen. Das stört mich als solches nicht, die Strecke ist ja schön, aber irgendwie möchte ich doch ein Stück weiter kommen in Richtung Adrigole. Ach egal, irgendwie bekomme ich das schon geregelt, erst einmal zurück.
Inzwischen hat es begonnen, erst leicht und dann immer heftiger zu regnen, in mein Cape vermummt, betrete ich dann die Straße zwischen Glengarriff und Adrigole. In A ist ein Campingplatz, da habe ich vorher geplant zu übernachten. hm
Für heute aufgeben und zurück nach G?? Mit Sicherheit nicht, jetzt bin ich stur. Zum Glück ist der Randstreifen an der befahrenen Straße recht breit, dass ich problemlos auf der linken Seite lang latschen kann, falls ich doch noch versuchen möchte, ein Stück weit zu trampen. aber so nass wie ich inzwischen bin? Ich gehe etwa eine Stunde, dann versuche ich einen Lift zu bekommen. Na klar, es hält niemand, ich bin ja auch zu nass und in eine undefinierbare blaue Hülle gekleidet. Gut, dann gehe ich eben weiter, stur sein kann ich ganz gut. Plötzlich bremst ein mich überholender Lieferwagen und fährt links ran. Hält der für mich? Ich also hurtig hin, der Fahrer telefoniert gerade und ich denke: achso, also bin nicht ich gemeint. Während ich mich anschicke weiter zu gehen, springt ein älterer Mann aus dem Auto und winkt mich heran, immer noch telefonierend und öffnet die Schiebetür des Lieferwagens, dahinter stehen oder besser liegen ein paar offensichtlich leere Fässer, ich soll meinen Rucksack dort hinein packen und einsteigen. öh, gut, dann mache ich das mal. Das Cape werfe ich da auch hinein, schließlich will ich ihm den Beifahrersitz nicht völlig einsauen.
Er ist inzwischen wieder eingestiegen, nachdem er die Tür zugeschoben hat und öffnet mir von innen die Beifahrertür. Ich klettere hinein und bin gespannt, was sich nun für ein Gespräch entwickelt. Er hat inzwischen das Handy verstaut und fragt mich freundlich nach woher und wohin.
Achso, der Cplatz in A, ja, den kenne er, mal schauen, ob er sein Auto überreden könne, dorthin zu fahren. wäre ja auch nicht wirklich ein Umweg für es. Er fragt nach Kindern und als ich bereitwillig erzähle, taut er noch mehr auf und erzählt von seinen vier Kindern und Enkelkinder habe er auch schon, wie seine Frau das immer alles schaffen würde, da würde er sie echt bewundern. Was ich denn in Irland schon kennen würde und ob ich schon öfters hier gewesen wäre. Als wir ein paar gemeinsame Orte entdecken, wo er auch bereits war, erklärt er, seine Frau würde sich immer sehr interessieren, wen er alles unterwegs treffe, sie käme ja kaum aus ihrem Kaff heraus, außer wenn sie im Urlaub selbst die grüne Insel unsicher machen würden. jetzt hätten sie ja mehr Zeit und Geld, weil die Kinder alle aus dem Haus wären.
Dann hält er plötzlich in einer Auffahrt, hier sei der Cplatz, ich bedanke mich fürs Halten und Mitnehmen und er antwortet, es sei ihm eine Freude gewesen. Frohgemut wandere ich die Auffahrt zur Rezeption hoch, gerade ist ein wenig die Sonne heraus gekommen, ich kann mir den Platz aussuchen, wo ich mein Zelt aufbauen will, was ich dann auch mache. Der Platzwart erklärt mir, dass nahebei ein kleiner Shop sei, wo ich einkaufen könne. Ich gehe dorthin, kaufe mir ein Sandwich und scones, in der Campingküche koche ich Tee und esse Abendbrot, bevor ich dann recht früh ins Zelt gehe.
In der Nacht regnet es ohne Unterlass und ist ein wenig stürmisch, so bin ich ganz froh, auf den guten Mann am style gehört zu haben und schlafe tief, fest und lange.
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Sa 23. Sep 2017, 22:04

es geht heute noch ein bisschen weiter, ich bin gerade in Schreiblaune, frau/man sehe es mir nach.
Nachdem ich quasi wie blockiert war, kommen gerade mehr Worte, als ich normalerweise verarbeiten kann und das sind eigentlich im Regelfall viele...

ich wache also auf, in der Nacht haben mich die Regengeräusche immer wieder in den Schlaf gewiegt - ich liebe das - krabbele aus dem Zelt und wundere mich, dass mein Zelt in einem See steht. Aber es ist ja nichts hinein gelaufen, also kann ich zufrieden sein. Erst einmal duschen, dann Frühstück machen in der Küche und dann mal schauen. Frühstück machen klingt nun gar großartig, ich habe noch 2 scones und Teebeutel, aber das ist ja echt ausreichend.

eine spanische Familie kommt herein, drei kleine Kinder + Eltern und wir unterhalten uns in meinem äußerst rudimentären Spanisch und ihrem ebenso kargen Englisch, lustig ist das.

Ich hole nun nach und nach meine Sachen vom Zelt in die Küche, um im Trockenen einzupacken, was die Kiddies wahnsinnig spannend finden - sie reisen in einem kleinen Wohnmobil. nasse Zelte/Sachen sind sie also nicht wirklich gewohnt.
Irgendwann bin ich fertig und breche auf.
Es regnet, wie so mancher unschwer eh erahnt, aber guten Mutes mache ich mich auf den Weg. Dann regnet es eben und ich gehe eben und es ist eh so wie es ist. So what???
Guten Mutes wandere ich die Straße entlang, denn am Hungry Hill durch den Sumpf zu waten, empfiehlt sich nun nicht wirklich, es mögen etwa zwei Stunden vergangen sein, als vor mir ein Auto hält, eine Limousine. Ob ich einen Lift haben möchte, sie fahren nach Castletownbere. Susan und Dave aus Dublin unterhalten sich lebhaft mit mir, während wir fahren. Dave freut es besonders,dass ich Cape Clear Island kenne und liebe, er ist von dort, wir unterhalten uns über die Insel und er ist bass erstaunt, was ich über die dortige Geschichte weiß. So rollen wir in Castlewonbere ein und bedauern es, uns nun zu trennen, aber sie müssen einen Verwandtenbesuch absolvieren. Bye und danke und so stehe ich nun in C und überlege wohin und ein bisschen auch warum wohin. ;)

Ich versuche nun zum TO zu gehen, was nicht so wirklich einfach ist, weil es quasi 2 gibt, eine Kooperative der Gewerbetreibenden und ein Semidingens, was wohl offiziell ist. Wirklich helfen kann man mir in beidem nicht, als ich frage, wo ein bezahlbares B&B ist. Nachdem ich in Erfahrung bringe, dass momentan jede Menge Festivals, Sonderveranstaltungen touristischer und sonstiger Art statt finden, verstehe ich das auch. Vermutlich sind alle B&b komplett voll. örks. Entschlossen wandere ich in die Außenbezirke und frage dann in einem (mir von einer Radfahrerin empfohlenen B&B) mach einem freien Zimmer, da ist aber nichts! Der Landlord, der seine hüpfende und singende Enkelin betreut, überlegt und ruft dann bei einer Freundin an, also, sie hat noch ein freies Zimmer und reserviert mir das, wenn ich wirklich verspreche zu kommen. Weil im Moment - das sind die Wochen, wo alles überbelegt ist...
puh ok, ich danke und sage fest zu und wandere etliche Kilometer wieder zurück, weil das Riallt Mara noch vor dem Eingang in Castletownbere liegt, also schlicht viele, viele Meter zurück.
Ich mache unterwegs einige Fotos, anders würde ich mich für die Strecke auch nicht motivieren können, seht selber.

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wunderschön oder?

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Und endlich bin ich da. ich drücke auf die Klingel und mir wird geöffnet.
Die Landlady führt mich ins Zimmer und ich bin - wie sie erwartet - von der Aussicht überwältigt, ja, das ist es!

der Blick vom Zimmerfenster

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Tee wird mir angeboten und ich sage gern ja, bevor ich dann wieder den langen Weg in den Ort antrete, ich brauche etwas essbares für den Abend.
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Peter » Mo 25. Sep 2017, 06:36

Dankeschön ;-)

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Mi 27. Sep 2017, 17:09

freut mich, wenn es dir gefällt!

nur mit Kamera und meiner roten Krempeltasche beschwert gehe ich nach einiger Zeit wieder nach Castletownbere, gemächlich wandere ich die Küstenstraße entlang.

Es ist ziemlich düster, aber das passt ganz gut zur Landschaft, mich bedrückt das nicht. Ich mag solche Stimmungen durchaus.

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Vor dem Reallt Mara stehend

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Da hinten regnet es offensichtlich, aber noch ist es trocken

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teilweise sieht es echt dramatisch aus, mir gefällt das

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eine etwas andere Sicht oder alles eine Sache der Perspektive

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Ich gelange zum Hafen, habe ich schon einmal erwähnt, dass ich Häfen überaus spannend finde?

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der Blick auf Bere Island

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ein buntes Haus, welches mir vorhin schon aufgefallen ist

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und diese Gesellen mag ich auch

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Ich gehe aber nun weiter in den Ort, dort habe ich vorhin einen supermarket gesehen, kaufe mir Baguette, Cheddar, einen Apfel, sowie eine Dose Cider (eine Flasche ist mir einfach zu viel. Da es nun anfängt, leicht zu regnen, mache ich mich auf den Rückweg.

das hier ist eine bekannte Brücke, die schon recht alt ist

Bilde/]

etwas dazu findet man hier

http://bearatourism.com/bwctb.html

man schaue unter Brandy Hall Bridge - es gibt nicht allzu viel darüber im net

ich gehe langsam ein Stückchen weiter, weil ich einige Vögel erspäht habe

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das sind Reiher oder? Ne, eher nicht, weiß da jemand genaueres?

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das Foto mag ich besonders

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beschwingt gehe ich weiter und setze mich auf den Sessel, der hinter den Betten direkt am Fenster steht und genieße den Abend bei Cider, später Tee und Brot, Apfel und Käse

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » So 1. Okt 2017, 23:54

Am nächsten Morgen prüfe ich erst einmal, ob mein Zelt vollständig getrocknet ist, die Nacht davor war schon sehr nass gewesen. Ich hatte es über zwei Stühle gehängt und das Cape im Bad trocknen lassen. So ganz zufrieden bin ich noch nicht, deswegen gehe ich nach dem Duschen erst einmal zum Frühstück hinunter.
Seitdem ich kaum mehr Fleisch und Wurst esse, ist das full irish breakfast nicht wirklich etwas für mich, Müsli, Toast, Marmelade and Tea sind ok, aber anstelle von ham oder sausages bestelle ich mir Rühreier, die echt lecker sind. Es gibt noch leckeres, selbst gebackenes dunkles Kuchenbrot, davon nehme ich mir zwei schmale Stücke mit, nicht ahnend, dass sie meine Notverpflegung sein werden.
Ich bin jetzt echt papp satt, so viel esse ich selten zum Frühstück.
Danach kann ich meine Sachen trocken einpacken, für die kommende Nacht habe ich mir einen besonderen Zeltplatz ausgesucht, bin gespannt, ob das was werden wird.
Nach etwas small talk mit der Landlady bezahle ich und mache mich kurz vor 10 auf den Weg.
Ich wandere bei angenehmen Wetter, es regnet nämlich nicht, die Küstenstraße, die ich ja nun wirklich schon gut kenne nach Castletownbere.

Eine junge Möwe im Hafen sieht etwas zerrupft aus

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die dazu gehörende adulte Möwe schaut aber unbeeindruckt von der recht stürmischen Nacht

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der Morgenhafen ist hellblau und friedlich

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Der Tag scheint schön zu werden, vielleicht sogar ohne Regen? ;)

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C ist wirklich eine hübsche Stadt, ich habe zwar längst nicht alles gesehen, aber das, was ich sehe, gefällt mir.

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Ich erreiche das andere Ende des Ortes und wandere hinaus, es ist nur wenig Verkehr auf der Straße, also macht das Gehen durchaus Laune.

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der Blick aufs Bergland, welches recht weit weg aussieht

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Nach einiger Zeit erreiche ich eine kleine Bucht, die vermutlich eine Verbindung zum Meer hat, obwohl das im Moment nicht zu sehen ist

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und dann erreiche ich das Schild, auf welches ich bereits länger warte...

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Hier wird es etwas voller, was mir nicht so gefällt, einige Autos parken rechts und links der Straße oder fahren das schmale Sträßchen weiter in Richtung der angekündigten Sehenswürdigkeit.

Dann schaue ich mir das mal an.

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Das sieht eigentlich ganz imposant aus, auch wenn mich die zahlreichen Spaziergänger (die ich natürlich nicht aufgenommen habe ;) ) etwas nerven.

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Es wird mit jetzt echt zu voll und kurz entschlossen drehe ich um und wandere wieder in Richtung Straße

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Tja, auch dort hat der Verkehr zugenommen, wo fahren die bloß alle hin und eigentlich habe ich ja heute noch etwas vor. Ich überlege beim Weitergehen in Richtung Allehies, die Straße geht immer höher hinauf, bis irgendwann der Scheitelpunkt erreicht ist und es wieder runter gehen wird. Soll ich versuchen zu trampen, um mein Ziel zu erreichen? Das Pflastertreten macht mir an sich kaum etwas aus, die Landschaft um mich herum ist ja schön genug, aber die Autos müssten nun nicht sein.
Der dritte Versuch klappt, die junge frau am Steuer will wissen, wohin ich denn möchte. Ich sage es ihr und sie bedauert, dass sie so weit heute nicht fahren wird, aber ich gern bis zum XXX (ich verstehe nicht ganz, was sie meint, etwa ein Einkaufscentrum? In den Bergen? Hört sich jedenfalls stylish an). Nach etwa 10 - 15 Minuten biegt sie plötzlich links ab auf ein kleines Sträßchen, welches dann in einen Schotterweg mündet und an einem großen Parkplatz endet. Die Fahrt ist etwas abenteuerlich, der Weg eng und kurvenreech und ich frage mich, ob ich heil ankomme.
Am Parkplatz hält sie an,, von hier wird mich sicherlich jemand mitnehmen, lächelt sie, sie muss etwas ausliefern.
Ich steige also aus, bedanke mich und schaue mich um, ein shopping-center ist hier sicherlich nicht. Ich lache über meinen dummen Einfall.
Neugierig gehe ich auf einige Gebäude zu und siehe da, hier bin ich:

http://irish-net.de/Irland-Karte/County ... in-Irland/
https://www.dzogchenbeara.org/

Erstaunt gehe ich langsam über das Gelände, die Anliege liegt wirklich wunderschön in den Bergen über dem Meer.
Ich gehe ins Café, dort hat man einen wundervollen Blick auf die Klippen und die offene See.
Aber nicht nur das Geistige hat hier Platz, genussvoll verspeise ich einen Kuchen zum Mittagessen, der gar köstlich ist.

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Ich unterhalte mich mit der Frau am Buffet über diese buddhistische Anlage und mache mich wieder auf den langen Weg zurück zur Straße.

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Ich bin vielleicht eine Viertelstunde gegangen, relativ beschwingt, weil das eine nette und vollkommen unerwartete Episode war, da kommt langsam von hinten ein Auto angefahren.

Es hält an und auf der Beifahrerseite kurbelt eine fröhlich aussehende Frau das Fenster herunter, ob ich nicht mitfahren möchte und wo ich denn überhaupt hin wolle. Als ich erkläre ich wolle nach X, machen sie große augen, wo denn das sei und ob ich ihnen darüber etwas erzählen könne.
"Na klar" lache ich und der Mann springt aus dem Auto, öffnet den Kofferraum, damit ich den Rucksack einpacken kann und wir steigen ein.

Aber was ich ihnen erzähle und wo ich dann hin möchte und ihnen etwas völlig unbekanntes zeigen kann, das erzähle ich dann ein anderes Mal. ;)

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Di 3. Okt 2017, 16:44

Das Paar kommt aus Dublin und ist unterwegs zu einer Einladung aus einem Dinnerclub (ich weiß nicht ob das die richtige Bezeichnung ist). Auf jeden Fall treffen sich da überwiegend Paare aus allen möglichen Ecken Irlands, die gern kochen, mal in dem einen Heim, mal in dem anderen. Dieses Mal treffen sie Leute aus Allehies, die sie bisher nur vom Schreiben kennen. Zweimal hatten sie bereits Leute zu Gast und sie selber waren erst einmal in einem anderen home. Diese drei Treffen waren wohl sehr nett und sie sind nun aufgekratzt und erwartungsvoll. Als sie hören, dass ich in Berlin wohne und auch etliche andere Ecken Deutschlands kenne, erzählt er, dass er länger beruflich bei Siemens in Erlangen war, aber leider nur rudimentär Deutsch gelernt habe, weil die Kollegen alle Englisch sprachen. Als ich erwähne, dass mein Exmann viele Jahre bei SNI gearbeitet hat, grinst er, dann würde ich ja quasi zur Familie gehören.
Aber wo ich denn nun hin wolle, unterbricht sie ihren gesprächigen Mann, wir stehen immer noch am selben Fleck in der Pampa. ;)
Also erkläre ich, dass es fein wäre, wenn sie mich dort, wo die große Straße sich später teilt, es rechts nach Allehies, ihrem Ziel ginge, ich aber links nach Dursey wolle. Dort ende die Beara Halbinsel und Dursey Island wäre eine vorgelagerte bekannte Insel. Sie schauen sich an, ne, kennen sie nicht. Was ist denn da so besonders, fragt er.
tja, ich amüsiere mich köstlich, als ich ihnen erkläre, dass dort die einzige Kabelbahn Irlands ist. cable car? - nein, das gäbe es in den Bergen in Deutschland, aber sicherlich nicht in Irland. Als ich versichere, dass es sowas auch in Irland gibt, mein Neffe und seine Frau wären bereits damit gefahren. Er guckt seine Frau an, da fahren wir hin oder??

und off we go. Als wir dann an der Kreuzung sind, wo es rechts nach Allehies abgeht, nickt sie noch einmal bestätigend und wir fahren in Richtung Dursey Head. Erst fährt er vielleicht etwas zu schnell für die kurvige Strecke, schaltet dann aber doch runter, was seine Frau ihm mit einem Lächeln dankt. Und ich innerlich auch. :cool:
Wir unterhalten uns die ganze Zeit, als ob wir uns schon Jahre kennen und als wir dann auf den Parkplatz rollen, sagt er immer weder, wie spannend er das findet, ein cable car auf Irland. Als er die Konstruktion sieht, wird er aber etwas blass, da willst du rein? Sie grinst mich an, ja, Frauen sind eben meist mutiger.
Sie fragen noch, ob ich da nun einen Spaziergang machen möchte, ne antworte ich, ich werde dort am letzten point der Insel zelten. So richtig glaubt er das nicht, sehe ich, macht ja aber auch nichts. Wir verabschieden uns und ich gehe hoch zum Ticketschalter und frage dort, ob ich extra anmelden müsse, wenn ich dort zelten möchte. Da habe ich richtig geraten, der Mann nickt, weil sie sonst sich auf die Suche machen müssen, wenn die Leute nicht am gleich Tag zurück kommen. ich stelle mich in die Warteschlange zum Übersetzen, es passen ja nur 6 Leute in die Kabine und so dauert es etwas.
Unten winken mir die Dubliner noch einmal zu und düsen dann los, die Gastgeber warten ja.

Die Kabine auf kurzer Fahrt

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etwas wackelig sieht es ja schon
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kurz vorm Einsteigen

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Blick nach Dursey Island

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und jetzt sitze ich in der cabin, ich staune über mich selber, ich bin eher nicht höhentauglich und habe in jedem Sessellift ein komisches Gefühl im Magen, hier macht mir das seltsamerweise überhaupt nichts aus.

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Nach erfolgreicher Überfahrt ;-) von der anderen Seite fotografiert.

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Wie man sieht, war meine Hoffnung auf einen Regenlosen Tag nicht vergebens, es ist mächtig warm und im Laufe des Tages fange ich mir einen Sonnenbrand ein.

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schon beim ersten Schritt auf der Insel fühle ich mich richtig wohl, es fällt mir zwar ein, dass ich zwar genug Wasser dabei habe, aber meine Essensvorräte auf die beiden Scheiben Brot beschränkt sind, aber unterwegs war halt nichts, wo man etwas hätte einkaufen können, aber das wird bis morgen früh schon reichen.

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Zum Glück gehe ich schneller als die Tagestouristen, sodass ich bald allein bin, juchee

ok, die Schafe begleiten mich überall, aber die gehören eh neben Katzen zu meinen Lieblingstieren.

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eines von vielen verfallenden Häusern

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Schutz gegen die gefräßigen Schafe?

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sogar Wegweiser gibt es hier, die Strecke gehört ja auch zum Beara Way

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hier ein Haus zu haben, das wäre schon nicht schlecht

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und wieder ein unbewohntes Haus, ich würde so gern eines davon bewon und wieder herrichten

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allein der Luxus eines solchen Blickes

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ich hoffe, der Bericht ist euch nicht zu foto-lastig, aber es geht leider nicht anders...

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was immer das für ein Vögelchen ist, als Vogelliebhaber kommt man hier echt auf seine Kosten

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seit längerem habe ich jetzt keine Menschen gesehen, nur Landschaft, Vögel und

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das Beara-Way-Zeichen

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Di 3. Okt 2017, 18:23

vom cable car bis zum Ende der Insel sind es etwa 6 km, ein bisschen habe ich also noch zu laufen, aber es wandert sich wirklich wie von selber.

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ob es hier wohl einen Bus gibt, der lauffaule Tagestouris durch die Gegend schuckelt?

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aber das sign ist wirklich nicht zu ernst zu nehmen, wer hier so viel fahren würde (es gibt ja ein paar wenige PKWs, würde auf unnette Art feststellen, wie tief runter es zum Meer geht

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hier im Gegenlicht der ehemalige Leuchtturm auf dem Felsen the calf

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auf der anderen Seite sieht man (glaub ich jedenfalls)

the bull, wo heute der Leuchtturm steht

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aber erst einmal ein paar Blümchen am Wegesrand fotografieren, das erste Mal, dass ich hier was blaues außerhalb eines Gartens auf Dursey I sehe.

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Ihr merkt, dies ist eher eine Genusswanderung heute als eine sportliche Aktion.

Farn auf dem Dach eines verfallenden Hauses fasziniert mich, ne, das ist eher kein Farn oder doch?

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dann gelange ich zu einem Einschnitt im Hügel, ich höre Wasser und gehe neugierig näher hinein.

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ich schöpfe Wasser mit der Hand, das schmeckt gut und erfrischt. Ich schaue nach, wie viel Wasser noch in meiner Flasche ist, habe ja doch ab und an etwas getrunken und fülle meine Flasche auf, das reicht dann auf jeden Fall bis morgen, außerdem komme ich auf dem Rückweg hier eh wieder vorbei.

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Später sehe ich dann, dass ein Schlauch von der Wasserstelle bis zu diesem Haus führt, nicht schlecht, wenn man seine eigene Quelle hat.

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das ist aber ein anderes Haus. ;-)

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und wieder ein Schild, aber verlaufen kann man sich hier eh nicht.

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ich gehe an einer offensichtlich bewirtschaften Farm vorbei (es leben ja nur noch sehr wenige Menschen hier), ein Hund in einer Scheune bellt.

Blick zurück

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da hinten wird irgendwann gleich die Sonne untergehen - Blick auf the cow and the bull

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so langsam sehe ich das Ende meiner heutigen Wanderung, aber noch nicht meinen Übernachtungsort selber

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Es gibt etliche Schafspfade hier, den richtigen zu finden, ist jedoch nicht schwer, ich muss immer auf die kleine Insel (the calf) zugehen. Was mir jetzt jedoch etwas Beschwerden macht ist, dass ich nun ziemlich weit runter muss und danach (für meine Verhältnisse) recht steil wieder hinauf. Das Inselende ist relativ schmal und rechts und links sind Klippen und Meer

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Also erst einmal hinunter, das werde ich ja wohl noch schaffen, meckere ich mit mir selber.

ich setze mich danach auf einen Felsen und schaue

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hm, das ging ja. Aber nun eine recht rutschige Wiese nach oben. Ein Bergfex fände diese für mich schwere Aufgabe wohl lächerlich, aber bei mir schlägt gerade die Höhenangst voll zu. Aber Angst ist in Teilen ja dazu da, sie zu überwinden.
Also mit einigem wieder hinab rutschen hoch und ein Stück weiter und wieder eines. Als ich oben angekommen bin, atme ich tief durch und blicke nicht zurück sondern nach vorne. Dorthin wollte ich und nun bin ich fast da.

Es durchströmt mich pure Freude bei diesem Blick

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in diesen Mauern werde ich heute mein Zelt aufschlagen!

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Irgendwo hatte ich vor der Tour gelesen, dass dieses Viereck mal ein Ersatz für den vom Sturm zerstörten Leuchtturm auf the calf war.
hier einige Infos dazu:

http://www.google.com/maps/@51.5803565, ... a=!3m1!1e3 lighthouse D head

http://irishlighthouses.blogspot.de/201 ... house.html

ich lehne meinen Rucksack im Inneren an eine der Mauern und schaue mich erst einmal um.

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Aber jetzt will ich erst einmal mein Zelt aufbauen, mit einem großen Stein befördere ich etliches an Schafscheiße in eine Ecke, welche ich danach nicht mehr betreten werde, erkläre einen der beiden kleinen Nebenräume zum Klo, offensichtlich wie einige andere vorher, aber schlimmer als die Hinterlassenschaften der Schafe ist das auch nicht und zum großen Teil eh bereits vom Regen untergespült.

mein Zelt wartet auf mich, alles ist eingeräumt

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aber erst gehe ich noch einmal nach draußen, esse einer der beiden Scheiben vom Kuchenbrot, trinke Wasser und schaue mich um.

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gute Nacht!

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Di 3. Okt 2017, 22:04

Kurz nach 6.00 am nächsten Morgen wache ich auf, kann mich aber nicht sofort überreden, bereits aufzustehen. Ich habe gut geschlafen und langsam werde ich neugierig, wie mein Platz am Morgen ausschaut.

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das Hellblau zieht mich hinaus

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aber erst noch einmal ein kleines Übersichtsbild des Inneren meiner zeitweiligen Behausung

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Blick auf das Morgenkalb

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Richtung Osten, unschwer zu erkennen, da dort die Sonne aufgeht

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ich gehe etwas nach oben

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beschließe aber dann doch, erst einmal meine Scheibe Brot und ein paar Schlucke Wasser zu mir zu nehmen und dann das Zelt abzubauen, um mich auf den Weg zum cable car zu machen.
Heute ist schließlich Sonntag und ich weiß nicht genau, wann die letzte Tour rüber aufs Festland geht.

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Also den Rucksack schultern und los geht es! Heute fällt es mir viel leichter, den Weg zu gehen, erst hoch, dann die rutschigen Stellen runter und wieder hoch. Frech grinse ich die Schafe an, was ihr könnt, das kann ich auch.

ich muss mich aber nun mehr rechts halten, sonst falle ich tatsächlich noch die Klippen runter.

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The Cow and The Bull

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Nachdem ich all die "schrecklichen" ;) Stellen heute am Morgen mühelos gemeistert habe, geht es weiterauf dem Beara Way

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Blick nach rechts

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und dann gerade aus, dorthin muss ich

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und immer etwas schönes zu Füßen

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sie sind diese Kulisse gewöhnt

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guten Morgen, ihr Hübschen!

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Blick zurück - eigentlich würde ich gern wieder in die Richtung wandern, aber ohne Nahrung käme das nicht so gut, befürchte ich.

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na mach schon scheinen die Beiden zu sagen

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Das Schiff zwischen den Hügeln fasziniert mich

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Aber nun muss ich wirklich hinne machen, ich versuche wieder flotter unterwegs zu sein, obwohl ich Schwierigkeiten habe, mich von der Insel zu lösen.

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und hier geht es leider wieder zurück

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Ich scheine der erste Passagier heute zu sein, die Kabine ist noch drüben vertäut, dann kommt ein Auto angefahren und entlädt zwei junge Leute, die sich wortreich von einem älteren Herrn verabschieden und sich zigmal bedanken. Deutsche nehme ich, weil die Trekkingsausrüstung doch ziemlich opulent ist, ein bisschen hört man das ja auch Slang :cool:
Der ältere Mann bedient die Fernsteuerung des Cable cars und holt das Teil zu uns hinüber, dann bedeutet er uns einzusteigen. Aber ja doch, ich danke ihm und steige als erste ein, das Pärchen folgt mir.
so prickelnd scheint das Wetter auf dem Festland aber nicht zu sein...

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Es zieht sich immer mehr zu.

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Zweimal rede ich meine Mitpassagiere auf Deutsch an, was sie seltsamerweise aber gar nicht mitbekommen, die junge Frau fragt mich dann höflich, ob ich von der Insel sei. Äh, nein. Ist mein Deutsch in den paar wenigen Tage dermaßen schlecht geworden, frage ich mich und antworte lauter in Deutsch, dass ich keine Irin sei. Großes Erstaunen, wo ich denn übernachtet hätte. Ich kläre sie ein wenig auf, achja, sie hätten ja auch zum Dursey Point wandern wollen, nachdem sie mit Erlaubnis des Farmers ihr Zelt beim ersten Ort aufgebaut hätten, aber nach einigen Hundert Metern habe er sich beim Hochgehen den Fuß verstaucht. Er nickt und erzählt dann eifrig, dass der freundliche Mann auf der Farm angeboten habe, sie zur Kabelbahn zu fahren. Besorgt frage ich, wie sie denn von dort weg kommen wollen. Sie sind mit dem Mietwagen unterwegs, das würde schon gehen, er denkt, er werde schon fahren können. Innerlich verdrehe ich etwas die Augen, aber vermutlich ist fahren wirklich weniger anstrengend als laufen. Als wir aussteigen, fragt sie höflich, ob sie mich ein Stück mitnehmen können, der Rucksack sei sicherlich recht schwer. Altersbonus denke ich, aber klar, warum nicht, so nehmen sie mich mit bis zur Kreuzung nach Allihies, sie fahren nun nach Castletownbere, wo ich ihnen das Reallt Mara empfehle.

Und für mich geht es auf nach Allihies!
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » So 8. Okt 2017, 18:01

Zum Glück ist die Straße nur wenig befahren, was wohl daran liegt, dass die meisten, welche von der Nordseite von Beara nach Castlewonbere wollen, die berüchtigte und spektakuläre Straße über den Hungry Hill nehmen. Mir ist das nur recht.
Hier auf dem Festland wird das Wetter immer schlechter, Regenwolken ziehen auf, aber es geht sich angenehm und gibt genug für die Augen zu schauen.

Hier ist eine Gedenkstätte, aber leider erinnere ich mich nicht mehr genau, worum es dabei geht.

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Es geht immer ein bisschen rauf und runter und bald habe ich einen schönen Blick über die Ballydonegan Bay.
Kurz vor den Bergen im Hintergrund liegt Allihies.
Ich stehe etwas länger an der kurvigen Straße und schaue über die Bucht.

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Drei Autos stehen ebenfalls am Straßenrand und es wird eifrig fotografiert. Eine ältere Frau fragt mich, ob sie mich mitnehmen soll, aber ich möchte lieber weiter laufen und lehne dankend ab.

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Ich komme an einem B&B vorbei und überlege, ob ich nach einem Zimmer fragen soll. ok, bin ich halt diesen Urlaub so dekadent und wechsele zwischen Zelt und B&B, wie es gerade halt kommt. Die Landlady bedauert sehr, aber es sind gerade "DIE" Festwochen hier auf Beara und alles ist voll und seit langem reserviert. Sie überlegt, bittet mich zu warten und führt einige Telefongespräche. Bei dem dritten hat sie Erfolg, sie kann mir ein Zimmer reservieren, das B&B liege direkt gegenüber vom Bergbaumuseum. Ich danke ihr und gehe langsam weiter, da ich ja weiß, wo ich unter komme, besteht kein Grund für Eile.

Während ich gemächlich meiner Wege gehe, ertönt plötzlich ein lauter Ruf, eine Frauenstimme und danach die eines Mannes, erfreut klingen sie, meinen die mich? Aus einer Toreinfahrt kommen vier Leute und und zwei davon kommen mir bekannt vor. Ich staune, es sind tatsächlich die Dubliner, die mich nach Dursey gefahren haben. Die Frau eilt auf mich zu und umarmt mich, wie denn die Nacht auf der Insel gewesen sei und er schüttelt mir Freude strahlend die Hand. Das andere Paar wären ihre Gastgeber und sie hätten den ganzen gestrigen Abend sich darüber unterhalten, wie sich mich getroffen haben und dafür bewundert, dass ich allein auf einer einsamen Insel im Zelt schlafen wolle. Das andere Paar lächelt freundlich und begrüßt mich ebenfalls per Handschlag. Wir unterhalten uns einige Zeit, doch dann verabschiede ich mich aufgrund des plötzlich heftig einsetzenden Regens und ich wandere weiter. Kurz darauf entdecke auf der rechten Seite das Museum und wenig später links das B&B.

Veronica, die Landlady ist aber gerade sehr busy, unter dem Schutzdach sitzen etliche Leute, die dort Tee oder Kaffee trinken und allerlei dazu verspeisen. Sie bittet mich, mich drinnen in die Stube zu setzen, draußen ist eh alles belegt, ob es schlimm wäre, dass sie gerade keine Zeit für mich hat. natürlich nicht, ich gehe hinein, bin froh, angenehm in einer warmen Stube zu sitzen. Sie fragt zwischendurch, ob ich eine Tasse Tee haben möchte oder doch lieber Kaffee, ich bitte um Tee. Kurz darauf bringt mir ihr Mann ein Kännchen Tee und zwei scones, home made, wie er betont.

Der heiße Tee tut richtig gut und auch das Gebäck und mir wird bewusst, dass ich heute erst eine kleine Scheibe von dem Kuchenbrot aus Castletownbere gegessen habe.
Nach etwa einer halben Stunde zeigt mir Veronica das Zimmer und ich bin echt beeindruckt, es ist wunderschön. Es ist liebevoll eingerichtet und ich fühle mich gleich wohl.

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Ich wasche einige Sachen durch, dusche und gehe dann hinüber ins Museum. http://www.acmm.ie/theminemuseum/

Es ist wirklich interessant, was man hier über die Kupferminen erfahren kann. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurden kupferführende Adern entdeckt, der Abbau wurde nach etwa 70 Jahren eingestellt, weil die Erträge und die Einkünfte daraus auf dem Weltmarkt für die Minenbesitzer nicht mehr genug einbrachten.Wenn man sich anschaut unter welchen Bedingungen die Minenarbeiter (darunter Frauen und Kinder) arbeiten mussten, um ihre Familien zu ernähren, das kann man sich heute zumindest in Europa kaum mehr vorstellen. Es gibt viele bauliche Anlagen aus dieser Zeit rund um den Ort, zu denen Wanderwege führen.

Da ich keine Lust habe, später noch in einen Pub zu gehen, um zu etwas Essbarem zu gelangen, setze ich mich anschließend in das Miners Café, trinke Tee und esse ein super leckeres und großes Stück Nusstorte.

Ich gehe in mein Zimmer, draußen stürmt es inzwischen enorm, mache mir noch mehrmals Tee, lese gemütlich in meinem Irlandbuch über die Beara Halbinsel, frühzeitig gehe ich ins Bett und lausche in der Nacht immer wieder auf den heftigen Regen, der an die Fenster schlägt.
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Mo 9. Okt 2017, 21:14

Nachdem es die ganze Nacht geschüttet hat, beschließe ich, dass ich mich von dem Gedanken verabschiede, die normale Tour durch die Berge zu laufen, das macht schlicht wenig Sinn. Zelten werde ich bei Möglichkeit sicherlich, aber wenn ich mich nicht täusche, ist das zurzeit kaum möglich, weil ich an geeigneten Plätzen nicht vorbei kommen werde bzw es Campingplätze so gut wie gar nicht gibt. Jetzt einfach noch mehr die Gegebenheiten so akzeptieren, wie sie nun eben sind, irgendwann werde ich hier mal lang wandern, wo die Bedingungen besser sind.

So sitze ich am geöffneten Fenster und schlürfe meinen early morning tea

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Nachdem ich diese Entscheidung getroffen habe, geht es mir gleich besser, es hat doch schon etwas an mir genagt, dass ich bis auf die erste Strecke ab Glengarriff und die Tour auf Dursey Island nicht wirklich den Wanderweg gegangen bin.
eigentlich bin ich überwiegend dem Beara Way für Fahrräder und dem wild Atlantic drive gefolgt. ;)
Ich dusche, packe die Sachen ein und gehe dann hinunter zum Frühstück. es schmeckt köstlich und ich unterhalte mich ein wenig mit Veronica, sie fragt mich, wohin denn ich heute möchte und ob sie mir eine Übernachtung klar machen soll. Das sei teils echt schwierig, aber sie würde es gern für mich versuchen. Ich überlege und antworte, das wäre fein, selbst wenn mal ein Bett frei sein sollte, ist es bei der Vielzahl an events im August durchaus möglich, dass das am Nachmittag belegt ist. Sie ruft bei 2 B&B an, ja Therese hat ein Zimmer für mich, sie bittet aber auf jeden Fall dann auch zu kommen, weil sie andere Anfragen dann ablehnt. Ja natürlich und Veronica gibt mir noch die Visitenkarte vom B&B. Ich hole meinen Rucksack herunter, zahle und verabschiede mich.
Ein Erinnerungsfoto vom Haus und dann geht es los.

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Selbst bei diesem düsteren Wetter ist der Blick über die Bucht herrlich

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Ein wenig muss ich die Straße hoch, um wirklich nach Allihies zu gelangen, ein paar bunte Häuser stehen herum

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und wenig später später gelange ans Ortsende und sehe in der Ferne im Bergland Teile einer der Minenanlagen

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Ich beschließe, bei irgendeinem zukünftigen Aufenthalt mir das genauer anzuschauen, aber jetzt wollen meine Füße erst einmal laufen.

ein paar nette Gesellen am Wegesrand

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Eyeries - genau dort möchte ich hin

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hier geht es weiter auf dem Beara Way, aber ich ignoriere das tapfer ;-)

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Eine Fuchsienhecke hellt die düstere Landschaft etwas auf.

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und Blick zurück zur Bucht

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links das Meer und rechts die Berge, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinschauen möchte

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Der copper mine trail wäre sicherlich auch eine interessante Wanderung (Zukunftsmusik)

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Die Geschichte dieser Minen und der Menschen, die dort gearbeitet haben ist für mich sehr spannend und geht mir nahe, ich fühle mich ihnen verwandt, arbeitete doch die Herkunftsfamilie meiner Mutter über Generationen im Bergbau, so auch ihr Vater, der 1884 geboren war und als Schreiner im Pütt malochte.

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Mo 9. Okt 2017, 23:47

es wird nun blumiger und auch sonniger,

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die Felsformationen am Meer ziehen meine Aufmerksamkeit auf sich, immer wieder bleibe ich stehen und staune

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Die Straße schlängelt sich die Hügel rauf und runter, die wenigen Autos fahren bedachtsam, bei Gegenverkehr müssen sie rangieren, aber die Aussichten sind eh zu schön und es werden viele Fotostopps von den Fahrenden eingelegt.

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eine Begegnung am Wegesrand

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an dieser Bucht steht ein Auto und gerade klettert eine junge Frau im Badeanzug mit wirrem Haar vom Wasser hoch, lacht, grüßt und fährt in einen Bademantel gehüllt wieder los.

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denen ist vermutlich zu kalt zum Baden ;)

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Beim Blick zurück, beschließe ich, dass der nächste bekletterbare Felsen mein ist, ich brauche eine Rast nach den vielen Eindrücken und dem ständigen Auf und Ab.

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und oh Wunder über Wunder, mein Wunsch ist des Schicksals Befehl und ich gelange nach der nächsten Biegung zu einem Pub.

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In der urigen Gaststube bestelle ich mir was kaltes zum trinken und ein Sandwich mit cheese, tomato and onions und setze mich nach draußen.

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Bei der Aussicht möchte man wirklich am liebsten hier bleiben

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und ich denke voll Freude, dass das ein genialer Tag heute ist, kommt schon fast an Dursey Island heran. Bin ich nicht ein glücklicher Mensch, hier herum wandern zu dürfen?

Ich bringe Körbchen und Glas hinein sage bye und seufze ein wenig beim weiter gehen. Hier zu wohnen!!!!

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Aber nun keine Sentimentalitäten sage ich mir und weiter gehts.

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Dort hinten scheinen Höhlen zu sein, im Miners Museum wurden einige erwähnt, auch das bleibt für ein anderes Mal.

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erster Blick auf Eyeries

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die Coolagbay, nach welcher mein heutiges B&B benannt ist

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gleich bin ich da

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aber erst komme ich am Friedhof vorbei. Friedhöfe ziehen mich magisch an, aber denkt euch nichts dabei. ;)

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Angekommen, ich bestelle - wie erbeten - Grüße an die Landlady (eines der weißen Dachfenster gehört zu meinem Zimmer)

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und beziehe mein Zimmer und mache mich bald auf den Weg in den Ort, um für den Abend etwas essbares zu kaufen.

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Im Foodstore habe ich mir ein Sandwich machen lassen, mit Käse und Coleshaw, eine kleine Flasche Milch dazu gekauft und gehe nun beschwingt zum B&B. Eyeries selber ist mir zu tidy und zu aufgemotzt, Allihies ist sehr viel authentischer, aber der kurze Blick vorhin aus dem Fenster verriet, dass ich beim Abendessen gleich einen phantastischen Blick aus dem Fenster haben werde.

das Abendkino beginnt

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ich stelle meinen Tee schnell beiseite und öffne weit das Fenster, das will ich mir nicht durch eine Scheibe anschauen.

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Von all der Schönheit förmlich berauscht, gehe ich ins Bett und schlafe tief und fest.
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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Do 12. Okt 2017, 00:04

Am nächsten Morgen stelle ich fest, dass ich komplett aus der Zeit gefallen bin, ich weiß nicht einmal, welcher Wochentag ist. Eigentlich ist das ja eher egal, aber irgendwie muss ich meinen Rückflugtermin doch im Auge behalten. Das frustriert mich und ich beschließe, dass ich irgendwann mal ein wirkliches open end erleben möchte und schiebe irrwitzige Frustrationen beiseite, schließlich geht es heute ja wieder weiter!

Da die ganze Woche noch volles Programm sein wird, also family week auf Beara, jede Menge Pubmusik und andere Veranstaltungen, nehme ich das Angebot der Landlady an, für mich herum zu telefonieren, wo etwas frei sein könnte. Den nächsten Cplatz gibt nach meinen Infos kurz vor Kenmare, das hilft mir im Moment nicht wirklich und die Möglichkeit irgendwo frei zu zelten, ist an dieser Strecke eher beschränkt. Sie findet ein Zimmer für mich bei Rose, da hat jemand in letzter Minute abgesagt, sie hält mir das Zimmer frei, auch wenn jemand nach einem Raum fragt.

Der Frühstücksraum ist total voll, mich nervt ein Ehepaar etwa in den 50igern, die dermaßen laut reden, dass alle anderen wirklich jedes Wort mitbekommen und sich beredsame Blicke zuwerfen. Ich nehme mein Hörgerät aus dem Ohr, also das ist mir echt zu laut, sie sprechen ein dermaßen hartes Englisch, aus Irland sind die sicherlich nicht. Sie sind in total tollen Funktionsklamotten ;) unterwegs, 100 % Plastik, hauteng, da passt noch nicht einmal ein Hauch von Luft zwischen Körper und Kleidung, natürlich super Schuhe in leider etwas zum Outfit beißenden Farben, wenn ich da auf meine alten Wanderbotten schaue, bin ich froh, dass ich sowas nicht tragen muss. :D
Als ich gerade im Flur warte, weil ich zahlen möchte, kommen sie aus ihrem Zimmer, stellen zwei wuchtige Koffer vor die Tür. Die Frau fragt mich, ob ich das etwa alles schleppen würde und zeigt auf meinen Rucksack. öh ja, warum? Weil also nein, das kann man doch transportieren lassen, sie gehen immer nur mit Tagesrucksack und ihren Stöcken. Wo denn meine Stöcke seien. äh, als ich antworte, dass ich ungern mit Stöcken gehe und auch gar keine besitze, schüttelt sie nur den Kopf. Plötzlich unterbricht er sie, gestern wäre echt eine Horrorwanderung gewesen, sie seien durch die Berge gegangen und mehrmals ausgerutscht und gefallen, ein Wunder, dass sie sich nichts gebrochen hätten. Langsam nervt mich das Gespräch und ich hoffe, dass Theres endlich kommt. Um das ganze etwas abzukürzen, werfe ich ein, dass ich halt den Radweg am Meer entlang gegangen sei, eine sehr schöne unrutschige Strecke. Endlich kommt die Landlady, ich bezahle und sie verabschiedet mich freundlich. irgendwie habe ich den Eindruck, die Superwanderer nerven auch sie nicht wenig. :cool:
Frohgemut mache ich mich auf den Weg, endlich kein Geplapper mehr.

Der Beara Way und der dazu gehörige Radweg verlaufen am Anfang und durch den ganzen Ort auf einer Strecke, aber nicht lange und ich komme am Ortsende an.

Auf dem folgenden Foto sieht man am rechten Bildrand den Beginn des Beara Way, der jetzt über eine längere Strecke an der Küste entlang führt, um mich zu ärgern beginnt er direkt mit einem style.

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Obwohl ich ja einsehe, dass die Kletterei auf den Teilen sein muss, damit man über die hier stehenden Zäune kommen kann, ist mir auf ihnen nie wirklich behaglich, beim ersten muss ich mir wirklich Mut zusprechen, aber dafür geht es jetzt durch ein interessantes Gebiet.
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Der Weg führt immer am Meer entlang, mal ein bisschen rauf und runter, aber alles recht relaxt, nach dem dritten style habe ich mich auch daran gewöhnt.

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ab und zu setze ich mich auf einen der Steine und schaue mich um, höre auf die Geräusche der Wellen

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Ich verzeihe den styles, schließlich ermöglichen sie mir ja erst, hier überhaupt wandern zu können. ;)

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Bald kommt ein interessantes Gebäude, die Old Coast guard station, ich freue mich schon darauf, leider gibt es nicht wirklich viele Infos dazu.
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Es ist schon ein imposantes Bauwerk

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Blick zurück

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Ich gehe etwas zur Seite und schaue durch eine Lücke noch einmal zur Station

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Das ist der das dazu gehörige Bootshaus

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und gleich passiert mir ein Malheur

Ich klettere mal wieder über so einen verdammten style, von der einen Seite ok, aber die andere Seite, da geht es tiefer runter, rutschig sieht es aus, da geht es fast nen Meter runter und nix zum Festhalten. Tja, man könnte ja so rein theoretisch auch den Rucksack vorher hinüber bzw runter hieven, so rein theoretisch, warum ich das nicht mache, keine Ahnung, ich rutsche etwas ab, schramme mir den einen Arm auf, halte mich am Metalltritt fest und drehe mich ein Stück um meine eigene Achse in Richtung eines ekligen Gebüsches mit Dornen. Na prickelnd. Dann sehe ich eben etwas verkratzt aus, pah, was ich aber nicht bemerke ist, dass mir das Hörgerät, welches in meiner Hosentasche steckte seit dem Frühstück durch meine Schieflage den Weg in eine zweifelhafte Freiheit suchte und sich vermutlich im Gebüsch versteckte. Das fiel mir dann erst später auf, aber da war ich schon an meinem heutigen Ziel gelandet. wie blöd kann man nur sein bzw ich?

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Um mich von meinen brennenden Schrammen abzulenken, fotografiere ich (was sonst? :D )

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Ich gelange auf einen breiten Weg, gehe durch ein längeres Waldstück, nunja Wald ist übertrieben, es sind eher hohe Büsche, der Beara Way ist zwar links abgebogen, aber ich wollte jetzt erstmal zur Straße, der Wanderweg hätte eh darauf geführt.
Nach etlichen Minuten komme ich zu einem Tor und sehe die Straße. Zurück gehen? Hinüber klettern? Sicherlich nicht zurück gehen, ich bin grad sauer. also Rucksack hinüber wuchten. Das Metallgatter ist recht hoch für jemanden von meiner Größe oder besser Kleinheit, aber durchzwängen kann ich mich auch nicht, also erstmal vier Querstangen hoch, dann an der Mauer festhalten, erstes Bein hinüber, dann das zweite und wieder runter klettern.

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Re: ein bisschen Irland

Ungelesener Beitrag von Sternenstaub » Do 12. Okt 2017, 10:14

Nichtsdestotrotz - nachdem ich auch diese eher lächerliche Herausforderung abhaken kann, wandere ich mit guter Laune weiter - ich weiß ja noch nichts von meinem Verlust.
Der Boreen, dem ich folge, führt um den landschaftlich schönen Ballycrovane Harbour, es gibt wenig Autoverkehr, weil die "große" Straße weiter im Landesinneren verläuft. Von der Coastguard Station aus hatte ich einen guten Ausblick auf den Harbour, aber nun führt das Sträßchen ins Hügelland. Ich sehe genau zwei Radfahrer, die den Beara Radweg mit viel Gepäck befahren und mich freundlich grüßen und 2-3 Autos. Ich bedauere, das Meer im Moment nicht sehen zu könen, aber dann erreiche ich einen Abzweig zur R 571, welche direkt nach Argrom führt.
Ich entschließe mich jedoch dem Boreen in Richtung der großen Bucht weiter zu folgen, es gibt eine Strecke immer am Meer entlang, also quasi um die Halbinsel herum, die ebenfalls nach Ardgrom führt. Ich schaue noch nicht einmal auf die Karte, welche Strecke weiter ist, so sehr zieht es mich zum Meer.

Ich erreiche das kleine Sträßchen, welches zum Qay von Ballycrovane abzweigt.

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Ich beobachte einen Reiher, das sind die Momente, die ich besonders liebe.

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Zwei Tankwagen mit Benzin/Diesel schnaufen über den boreen heran und biegen zum Qay ab, der scheint eine Tankstation für schiffe zu sein, es liegen einige größere Boote dort, die befüllt werden.

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Ich folge den Tankwagen ein Stück weit, um mir das alles näher anzuschauen

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Dann drehe ich wieder um, ich habe ja vermutlich noch ein längeres Stück Weg vor mir.

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